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Sechs Jahre Arbeit fürs Ortsbild

Sechs Jahre Arbeit fürs Ortsbild

Wasserliesch soll schöner werden, jetzt auch nach dem Willen der Landesregierung. Als Schwerpunktgemeinde der Dorferneuerung sind Zuschüsse für private wie öffentliche Bauberatung und eine geförderte Dorfmoderation möglich. Um das alles ausschöpfen zu können, will der Ortsgemeinderat auf eine Bewerbung in der Sonderklasse im Wettbewerb Unser Dorf hat Zukunft verzichten.

Wasserliesch. "Nahezu 300 ortsbildprägende Gebäude im Ortskern befinden sich zum Großteil in einem gestalterischen und funktional unbefriedigendem Zustand". So liest sich die Begründung, warum Wasserliesch von der Landesregierung vor wenigen Tagen als eine von 21 Schwerpunktgemeinden der Dorferneuerung anerkannt wurde. Das 2372-Einwohner-Dorf soll im Laufe der nächsten sechs Jahre finanziell unterstützt werden, damit sowohl private als auch öffentliche Bauherren fachmännisch beraten und eine Dorfmoderation mit Bürgerbeteiligung möglich wird.
"Wir haben dafür unsere Planerin Rosa Vollmuth aus Kanzem engagiert", nennt Ortsbürgermeister Thomas Thelen einen wichtigen Beschluss aus nicht öffentlicher Sitzung. Die Fachfrau betreut Wasserliesch bereits seit Jahren bei den Wettbewerben Unser Dorf hat Zukunft, die schon dreimal gewonnen werden konnten.
Dennoch will das Dorf in der Sonderklasse nicht mitmachen, denn, so Thelen: "Wir könnten ja nichts Neues zeigen."
Vielmehr sollen Zuschüsse so schnell wie möglich dafür sorgen, dass ab etwa April die Dorfmoderation mit der Planerin starten kann. In einer Eröffnungsveranstaltung wird dann der Ist-Zustand des Ortes erläutert, und die Bürger können gleich Arbeitsgruppen bilden, um mitzuhelfen, die Situation zu verbessern.
"Nur wer Bereitschaft zeigt, für die eigene Ortsgemeinde um damit für die Heimat selbst Verantwortung zu übernehmen, identifiziert sich mit der geleisteten Arbeit", erklärte Infrastrukturminister Roger Lewentz den 21 Ortsbürgermeistern persönlich. 17 Millionen Euro stehen für die 21 Dörfer dafür zur Verfügung.
"Schwerpunktgemeinde zu sein, bedeutet auch viel Arbeit, denn es geht um viele Teilbereiche im Dorf", weiß Planerin Vollmuth aus Erfahrung. Es gehe auch darum, die positive Stimmung aus den bisherigen Erfolgen in neue Planungen mitzunehmen.
Den Ratsmitgliedern wurde in ihrer jüngsten Sitzung auch der Flächennutzungsplan zur Windkraftnutzung vorgestellt. "Wasserliesch ist darauf mit nur einer ganz kleinen Fläche beteiligt, und auch das kann sich noch ändern", erklärte dazu der erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde, Joachim Weber. "Wo liegen denn die späteren Stromtrassen?" wollte Richard Schons von der Wählergemeinschaft Schuh wissen. "Das ist nicht Gegenstand des Flächennutzungsplans", erklärte Weber dazu. Der vorläufigen Planung wurde einstimmig zugestimmt.
Ebenso einvernehmlich wurde der Forstwirtschaftsplan von Revierförster Martin Bee verabschiedet. Auf 150 Hektar Waldfläche der Gemeinde können pro Jahr 913 Festmeter Holz eingeschlagen werden. Für 2014 ist das Ergebnis unterm Strich 6500 Euro und für das laufende Jahr sagt der Forstmann 6102 Euro Gewinn voraus.
Für das Schulfest am 10. Juni zum 50-jährigen Bestehen der Grundschule Wasserliesch gewährte der Rat einen Zuschuss von 1000 Euro. Eine Woche lang erarbeitet ein Schulzirkus, der 7500 Euro kostet, ein großes Manegenprogramm mit den Schülern.Extra

Investitionen für 1,8 Millionen Euro geplant: Die dicksten Brocken auf der Ausgabenseite im Doppelhaushalt der Ortsgemeinde Wasserliesch sind der Ausbau der Römerstraße mit 933 000 Euro, wobei 608 000 Euro Ausbaubeiträge anfallen würden, und die Erschließung des Baugebiets zwischen den Dörfern mit 520 000 Euro. Ferner steht die Breitbandversorgung mit DSL mit 90 000 Euro auf der Liste. Weitere 549 000 Euro will die Ortsgemeinde im nächsten Jahr ausgeben. Dann steht der zweite Bauabschnitt der Römerstraße mit 479000 Euro an, und der Dorfplatz mit Pavillon hinter der Kirche soll mithilfe von 50000 Euro aufgewertet werden. Alles zusammen erfordert einen Kreditbedarf von mehr als zwei Millionen Euro. doth