Sechs von Acht Varianten für Zufahrt nach roscheid kommen nicht infrage

Verkehr : Viele Varianten für zweite Zufahrt nach Konz-Roscheid

Zu steil, zu teuer, zu laut und ein „trierisches“ Problem: Der Konzer Bauausschuss hat über den möglichen Bau einer weiteren Straße zu dem Konzer Wohngebiet diskutiert. Eine einfache Lösung gibt es nicht.

Als Planer Gerhard Kohns die Ansicht von der 390 Meter langen Brücke zeigt, geht ein Raunen durch den Bauausschuss. Der Ingenieur aus dem Saarland stellt gerade eine der Varianten vor, wie eine zweite Zufahrt nach Roscheid von der Kreisstraße 135/6 zwischen dem Konzer Tälchen und der B 268 verlaufen könnte. Es ist wegen der Brücke, die an dieser Stelle gebaut werden müsste, die teuerste und unrealistischste. Die Stadt Konz müsste rund 10,8 Millionen Euro ausgeben, um den Höhenstadtteil mit rund 3500 Einwohnern dort mit einer zweiten Straße ans überörtliche Verkehrsnetz anzubinden (Grafik/grün).

Zu dieser Kreisstraße kämen die Autofahrer von Roscheid aus ohne Brücke nicht. Zwei Täler müssen überwunden werden. Nur so könnten die Konzer dort eine Straße bauen, ohne ihr eigenes Gebiet zu verlassen und Trierer Terrain zu beanspruchen. Zwei andere Varianten zur Anbindung an die Kreisstraße bräuchten zwar kürzere Brücken (360 und 295 Meter), aber sie würden ebenfalls 9,8 oder 8,3 Millionen Euro kosten. Zwei weitere Optionen für die zweite Zufahrt nach Roscheid innerhalb von Konz fallen laut der Studie aus technischen Gründen weg (Grafik/rot). Die Steigung von der Domänenstraße/K 134 zu dem Wohngebiet hinauf ist zu steil. Laut den Planern würden die Vorgaben in den Richtlinien für den Straßenbau, wo eine Maximalsteigung von zwölf Prozent festgeschrieben ist, überschritten, weil auf sehr kurzer Distanz fast 140 Höhenmeter überwunden werden müssten. Es spielt dabei keine Rolle, ob die Zufahrt über den vorhandenen Wirtschaftsweg zum Roscheider Hof oder neu zu bauende Straßen in dem Bereich geführt würde. Sie verstoße immer gegen die Vorgaben, betont Kohns. Kosten hat der Planer deshalb erst gar nicht ermittelt.

Die dritte Option auf Konzer Gebiet wäre eine Anbindung der L 138 im Konzer Tälchen nach Roscheid (Grafik/dunkelblau). Diese Variante führt über eine bestehende Notzufahrt und Wirtschaftswege nach Roscheid. Allerdings wäre dort eine Steigung von 162 auf 255 Meter zu überwinden und der Bau einer Brücke über den Konzer Bach notwendig. Das Hauptproblem aus Sicht der Konzer ist, dass die Strecke an der Stelle kaum Mehrwert hätte. Die Roscheider wollen schließlich in die Innenstadt von Konz, nach Trier oder nach Luxemburg kommen, nicht ins Tälchen. Zudem würde die Strecke nicht an eine der Hauptstraßen in Roscheid angebunden, sondern auf einen Fußweg am Ende einer Sackgasse treffen, wo zurzeit kaum Verkehr unterwegs ist.

Einfacher und günstiger wird der Bau der zweiten Zufahrt nur dann, wenn die Stadt Trier mitspielt. Zwei Varianten führen über den Löllberg und enden am Estricher Hof auf der B 51 (Grafik/orange). Je nach Straßenführung wären dort 1,85 oder 1,9 Millionen Euro fällig. Allerdings sehen die Planer Probleme wegen der potenziellen Umweltbelastung und der Einschränkung der Wohnqualität am Löllberg. Die Präsentation endet mit einer Erkenntnis, die den meisten ohnehin klar ist: Das Planungsbüro empfiehlt die mit 1,3 Millionen Euro günstigste Variante, die sich an der vorhandenen Topographie orientiert. Doch diese Trasse vom Kreisel am Seifwaldring in Roscheid über einen bestehenden Wirtschaftsweg auf Trierer Gebiet zur K 6/135 (Grafik/hellblau) stößt auf ein bekanntes Problem: Die Trierer Nachbarn, auf die Konz bei der Realisierung angewiesen wäre, wollen sie nicht. Die Stadt Trier sowie die Bürger und Gremien der Stadtteile Feyen und Heiligkreuz wehren sich wegen möglicher zusätzlicher Verkehrsbelastungen dagegen. Dabei taucht diese Variante als potenzielle ÖPNV-Trasse auch im Mobilitätskonzept 2025 der Stadt Trier auf (der TV berichtete).

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