Seerose gegen Stauden

GRIMBURG. (fab) Tausche Oleander gegen Bodendecker, suche Johannisbeersträucher für Neupflanzungen – bargeldloses Markttreiben auf dem Dorfplatz. Über 300 Pflanzenfreunde aus der ganzen Region sind zur zwölften Staudenbörse nach Grimburg geströmt. Der Erlös der Börse wird vom Arbeitskreis Ortsgestaltung zur Renovierung des Kirchendachs gespendet.

Schon lange bevor Christoph Paulus vom Arbeitskreis Ortsgestaltung die Tauschbörse eröffnet, ist der Grimburger Dorfplatz mit Pflanzenfreunden übersät. Silvia Mayer und ihre Tochter Selina bringen mit der Schubkarre noch eine Seerose aus dem heimischen Garten. Knapp zwei Stunden blüht dann der Tauschhandel. Die weiblichen Gartenfreunde geben bei den Börsengeschäften den Ton an, während ihre Männer die Rolle des "Packesels" übernehmen und die Fahrzeuge beladen. "Wir haben einen großen Garten und brauchen dafür viele Stauden und Hecken", sagt Hobbygärtnerin Karin Laumanns aus Korlingen, die auch sofort fündig wird und drei Töpfe mit Knöterich zum Tausch anbietet. Wie in jedem Jahr sind die von Gisela Ostermann gestalteten Grabgestecke in Windeseile vergriffen. Ursula Kerpen meldet nach einer knappen Stunde "nichts geht mehr". Ihr komplettes Angebot an Bronchitis-Tee und ihr Tannenspitz-Hustensaft hat den Besitzer gewechselt. Viele der Besucher suchen das Informationsgespräch untereinander oder lassen sich von Stadtgärtner Harry Ostermann fachkundig beraten. "Die Leute bekommen hier Qualität", weiß Ostermann, der zudem die Pflanzen sortiert und zurechtschneidet. Nach ihrem Tauschgeschäft verfolgen die Besucher bei Kaffee und Kuchen die angenehme Atmosphäre des Markttreibens. "Dass es so etwas noch gibt, ist einfach toll", freut sich Hans Brücker aus Wadern. Den Erlös der Staudenbörse spendet der Arbeitskreis Ortsgestaltung zur Renovierung des Kirchendachs.

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