Segeln über der Schleife

TRIER/SERRIG. (red) Nach 15 Jahren sind die Tage der alten Startrampe der Drachenflieger auf dem Fluggelände "An der Schönen Aussicht" bei Serrig gezählt. Der Drachenfliegerclub (DFC) Trier investierte 4000 Euro in eine neue Anlage.

Nach dem Motto "Erst das Vergnügen, dann die Arbeit" startete der Zimmermann Michael Zimmer aus Greimerath in einem Doppelsitzerdrachen zu einem der letzten Gleitflüge von der alten Startrampe des DFC auf dem Fluggelände "An der Schönen Aussicht" in Serrig. Den Mitflug hatte der Fluglaie vom DFC im Vorfeld der Rampenerneuerung geschenkt bekommen, mit der er vom Verein beauftragt worden war. Der Zimmermannmeister nutzte die kurze Schönwetterlage über Karneval, um die Rampe in Serrig zu erneuern. Bei dem Bau wurde das Holz der alten Rampenkonstruktion durch Douglasienholz ersetzt. Auf die Verwendung von witterungsbeständigerem Tropenholz verzichtete die Vereinsführung aus Natur- und Umweltschutzgründen. Stattdessen setzte man auf einheimisches Holz und eine gute Durchlüftung der Holzkonstruktion. Der Hersteller gab zudem eine Garantie von zehn Jahren für das einheimische Bauholz ab. Die alte Startrampe hatte 15 Jahre gute Dienste geleistet. Wind und Wetter hatten jedoch an ihr genagt. Sie war morsch und brüchig geworden, so dass nun eine Erneuerung unumgänglich war. Zur Feier des Abschlusses der Bauarbeiten wurde eine neue Windfahne neben der neuen Startrampe gehisst. Die Kosten für den Bau belaufen sich auf 4000 Euro und werden ausschließlich aus Beiträgen der Vereinsmitglieder des DFC Trier finanziert. Mit der Erneuerung der Rampe wird nach Angaben des DFC Trier ein Beitrag zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur in der Saarburger Region geleistet, da das Fluggebiet Serrig Drachenflieger aus ganz Deutschland anzieht, die oft sogar mit ihren Fluggeräten ihren gesamten Urlaub an Saar und Mosel verbringen. Der DFC Trier zählt mit seinen 210 Mitgliedern, von denen 150 den Flugsport aktiv ausüben, zu den größten Hängegleiter-Vereinen in Deutschland. Neben dem Gelände über der Saar in Serrig unterhält der Verein weitere Fluggelände an der Mosel in Neumagen-Dhron, Riol, Mehring, Klüsserath und Maring-Noviand. In Neumagen und Serrig ist lediglich Flugbetrieb mit Drachen zulässig, in den übrigen Geländen sind auch Flüge mit Gleitschirmen möglich. Darüber hinaus haben in jüngster Zeit beim DFC Trier vermehrt Piloten eine Zusatzausbildung im Doppelsitzer-Drachenflug absolviert, so dass für Fluglaien vermehrt die Möglichkeit zum Mitflug besteht. Der Zimmermann Michael Zimmer war übrigens so sehr von seinem "Erstflug" fasziniert und begeistert, dass er sich entschloss, selbst mit der Ausbildung zum Drachenflug-Piloten zu beginnen.