"Sehnsucht nach dem Religiösen"

SAARBURG. Für die Mitglieder der Pfarrgemeinde St. Marien ist der 15. August ein besonderer Tag. Die Gläubigen aus dem Saarburger Stadtteil Beurig feierten mit zahlreichen Pilgern aus nah und fern das Fest Maria Himmelfahrt.

Dichtes Gedränge herrscht auf den Bänken in der alten Pfarrkirche St. Marien im Saarburger Stadtteil Beurig, manch einer muss sich mit einem Stehplatz im Eingangsbereich begnügen. Der große Andrang zu "vorgerückter Stunde" verwundert nicht zuletzt Pfarrer Peter Leick: "Ich bin überrascht, wie viele Leute gekommen sind", erklärt er im Gespräch mit dem Trierischen Volksfreund. Festliche Gesänge, Dankgebete, die traditionelle Segnung der Kräuter, die die Gläubigen mitgebracht haben, und eine "Lichterprozession" durch die Straßen Beurigs beschließen den Festtag Maria Himmelfahrt, der vor allem für die Mitglieder der Pfarrgemeinde St. Marien eine besondere Bedeutung hat. Jährlich am 15. August begeht die römisch-katholische Kirche das "Hochfest", das an die Aufnahme der Gottesmutter in den Himmel erinnern soll. Die Gläubigen feiern Gottesdienste und manch einer macht sich - zu Fuß oder auf andere Weise - auf den Weg zu einem jener Orte, die sich im Lauf der Jahrhunderte aus unterschiedlichen Gründen zu "Anlaufstellen" für Marien-Verehrer entwickelt haben. Eine dieser Pilgerstätten ist die Pfarrkirche St. Marien in Beurig. Die Entstehungsgeschichte des Wallfahrtsortes geht zurück auf das Jahr 1304, als der Sage nach ein junger Müllerbursche am Beuriger Saarufer eine Holzstatue fand, die die Mutter Gottes mit Kind darstellte. Eine später in der Nähe errichtete Kapelle aus Holz und Lehm begründete den ältesten Marienwallfahrtsort im Saar-Mosel-Raum. Das Bitten um Trost, Heilung und Beistand in Notlagen, aber auch Dank zu sagen sind die Beweggründe tausender Pilger, die Jahr für Jahr und verstärkt an Festtagen wie Maria Himmelfahrt nach Saarburg kommen. Dass der Andrang in diesem Jahr besonders groß war, führt Pfarrer Leick nicht zuletzt darauf zurück, "dass die Leute offenbar eine große Sehnsucht nach dem Religiösen haben."Pilger kamen zum Teil zu Fuß

Bereits am Morgen hatte der Festtag mit einem feierlichen Hochamt begonnen. "Den ganzen Tag über war die Kirche nicht leer", berichtet Leick. Aus der gesamten Region und darüber hinaus seien Pilger - teilweise sogar zu Fuß - nach Saarburg gekommen. Den feierlichen Abschluss bildete die Marienandacht am Abend, zu der außer festlichen Gesängen und Gebeten auch die traditionelle Kräutersegnung gehörte, die nach den Glaubensvorstellungen unter anderem die Freude über das Geschenk ausdrücken soll, das Gott den Menschen mit der Natur gemacht hat. Peter Leick erklärt: "Der Brauch geht auf eine Legende zurück, wonach die Apostel den Leichnam Marias noch einmal sehen wollten. Statt des Leichnams fanden sie im Grab ‚duftende Kräuter'." Im Anschluss an die Abendandacht zogen die Gläubigen mit Kerzen in einer "Lichterprozession" durch Beurig. Nach Auskunft von Peter Leick sollen künftig die Kirchenfeste in der Pfarrgemeinde St. Marien zu Ehren der Gottesmutter, zu denen auch Maria Himmelfahrt zählt, "weiter ausgebaut" und damit stärker in die im Kirchenjahr anstehenden Feierlichkeiten eingebunden werden.

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