Seit 125 Jahren Anlaufstelle für Sparer

Seit 125 Jahren Anlaufstelle für Sparer

Vor 125 Jahren begann die Geschichte der heutigen Volksbank (VB) Hochwald-Saarburg. Ihre Keimzelle ist die 1886 gegründete Hermeskeiler Spar- und Darlehenskasse. Der TV wirft anlässlich des Jubiläums einen Blick auf die wichtigsten Meilensteine, die die Genossenschaftsbank auf ihrem langen Weg passiert hat.

Hermeskeil/Saarburg. Was haben Coca Cola, Mercedes Benz oder Bosch mit der Volksbank Hochwald-Saarburg gemeinsam? Die Antwort lautet: das Geburtsjahr 1886.
Doch während die drei genannten Konzerne "Global player" sind, also weltweit agieren, verfolgen die Verantwortlichen der Volksbank eine ganz andere Geschäftsphilosophie. "Wir tummeln uns nicht auf internationalen Finanzmärkten und spielen Investmentbank. Wir sind regional aufgestellt und finanzieren Privatpersonen und mittelständische Unternehmen." Das sagt Werner Dellwing, der dem vierköpfigen Vorstand der VB Hochwald-Saarburg angehört.
125 Jahre ist das Kreditinstitut alt, das seine heutige Struktur 2009 durch den Zusammenschluss der beiden vorher eigenständigen Volksbanken Hochwald und Saarburg erhalten hat. Bei dieser Fusion waren die Hochwälder die übernehmende Bank. Und das bedeutet, dass die erst 1907 gegründete Volksbank Saarburg mit einem Schlag älter wurde und nun ebenfalls den 125. Geburtstag mitfeiern kann.
Die Keimzelle der Bank befindet sich jedoch in Hermeskeil. Dort wurde 1886 die genossenschaftlich organisierte "Spar- und Darlehenskasse" gegründet. Die 54 Mitglieder der ersten Stunde waren in erster Linie begüterte Landwirte und Gewerbetreibende.
Die Bank war zunächst ein reiner Ein-Mann-Betrieb. Als Rechner (Rendant) leitete Ludwig Bach die Geschicke der Kasse - und zwar anfänglich in seinem Dienstzimmer in der Volksschule. Denn er war zugleich deren Hauptlehrer. Später zog die Bank in angemietete Geschäftsräume im großen Wohnhaus von Bach um.
Sage und schreibe 73 Jahre lang - bis 1959 - prägte der Name Ludwig Bach die Geschichte der Bank. Denn auf den Senior folgte 1921 der Junior als Rendant.
Erster Geldautomat 1984


Das setzte sich in den Köpfen der Bevölkerung fest. "Die Hermeskeiler haben nicht gesagt, dass sie zur Bank gehen. Es hieß meistens ,Ich geh mohl bei de Bach\'", weiß Dellwing zu berichten. 1955 änderte sich zum ersten Mal der Titel der Kasse. Sie firmierte nun als "Bankverein Hermeskeil". 1965 folgte der Umzug in den Neubau in der Koblenzer Straße, wo die Bank bis heute, allerdings mehrfach modernisiert, zu finden ist.
Fünf Jahre später wäre es beinahe mit der Eigenständigkeit der Bank vorbei gewesen. Doch der vom Vorstand vorgeschlagenen Verschmelzung mit der Volksbank Trier verweigerten sich die Mitglieder - es fehlte eine Stimme.
1972 wurde die neue Firmenbezeichnung "Volksbank Hermeskeil" beschlossen. In ihren Geschäftsräumen erhielt 1984 die Elektronik Einzug, als im Foyer der erste Geldautomat aufgestellt wurde.
Im Jahr 2003 folgte mit einer Banken-Ehe der nächste Meilenstein. Nach der Fusion mit der Raiffeisenbank Hochwald (deren Sitz war in Mandern) wurde der Name in "Volksbank Hochwald" geändert. 2009 kam es dann zum Zusammenschluss zur heutigen Volksbank Hochwald-Saarburg (siehe Extra).
Mit Blick auf diese letzte wichtige Entscheidung legt Dellwing Wert auf folgende Feststellung: "Zwei solide Banken, von denen keine den Zwang zur Fusion hatte, konnten so ihre Kräfte bündeln und sich für die Herausforderungen der Zukunft rüsten."
Extra

Rund 30 000 Menschen sind zurzeit Kunden der Volksbank Hochwald-Saarburg. 130 Mitarbeiter, darunter neun Auszubildende, betreuen ein Kundenwertvolumen, das bei rund 800 Millionen Euro liegt. Das aktuelle Bilanzvolumen wird vom Vorstand auf cirka 400 Millionen Euro beziffert. Der genossenschaftlich organisierten VB Hochwald-Saarburg gehören 10 200 Mitglieder an. Banksitz ist Saarburg. Hinzu kommen 15 Volksbank-Geschäftsstellen. Sie befinden sich in Hermeskeil, Gusenburg und Reinsfeld (Verbandsgemeinde Hermeskeil), in Kell, Greimerath, Hentern, Lampaden, Mandern, Schillingen und Zerf (Verbandsgemeinde Kell am See), in Freudenburg, Irsch, Nittel, Tawern, Wasserliesch und Wincheringen (Verbandsgemeinde Saarburg) sowie in Schöndorf (Verbandsgemeinde Ruwer). Außerdem gibt es im Toom-Markt in Saarburg eine Selbstbedienungsstelle. ax