Seit vier Generationen närrisch in Serrig

Serrig · Bei Familie Haupert in Serrig hat der Karneval Tradition. Die Eltern sind Prinzenpaar. Vater und Großvater brachten die Fastnacht im Ort voran. Von Kindesbeinen an wird in der Garde getanzt. Annabelle ist die vierte Generation des Haupert\'schen Frohsinns.

Dritte und vierte Generation Serriger Frohsinns: Petra I., Joachim I. und Funkenmariechen Annabelle. TV-Foto: Herbert Thormeyer

Serrig. Joachim Haupert zieht sich die Felljacke an, greift zum Jägerhut und Pfeil und Bogen. Der Mann ist Förster - logisch? Nein. Prinz Joachim I. hat nur zufällig einen Beruf, der zum Motto der Serriger Karnevalsgesellschaft (SKG) passt: Dem Hirsch, dem Wildschwein und dem Reh, ein Halali und Noun da je. Es ist eine Anspielung auf die Robin- Hood-Legende.Gemeinsam mit Gattin Petra (43) als Prinzessin und Tochter Annabelle (15) repräsentiert der 45-Jährige für die Serriger Narren der laufenden Session. "Wir sind die dritte und vierte Generation. Mir wurde der Frohsinn in die Wiege gelegt", freut sich der Prinz. Opa Peter habe nach dem Krieg den Serriger Karneval wieder auf die Beine gestellt. Vater Franz- Josef war 1977 Gründungsmitglied der SKG.Tochter Annabelle tanzt in der Garde, seit sie fünf Jahre alt ist, und trainiert heute die Nachwuchsgarden: "Da muss ich mir auch die Choreographie ausdenken." Beginnen müsse sie dafür spätestens nach den Sommerferien, damit die Schritte, die Körperhaltung und sogar Hebungen sitzen. "Und immer lächeln ist wichtig", sagt das Funkenmariechen.Petra Haupert, die auch als Schöpferin von Karnevalskostümen sehr gefragt ist, wurde zuerst vom Verein angesprochen, ob sie Prinzessin werden will. Sie sagte direkt zu und überzeugte auch ihren Ehemann. "Da konnte ich ja nicht Nein sagen", sagt Prinz Joachim. Seine ersten Büttenerfahrungen sammelte er bei einer Kinder- und Jugendkappensitzung 1984 als 15-Jähriger. "Da ging es um verrückte Bauernregeln", kann er sich noch gut erinnern. Ab 1985 hat er bei dieser Sitzung Regie geführt, wurde später Sitzungspräsident und ist seit 2008 Schatzmeister der Serriger Karnevalsgesellschaft. Als solcher muss er sich auch um solch trockene Themen wie Umzugsgenehmigung, Versicherungen und Gema-Anmeldung kümmern.Natürlich wird beim Bau des Prinzenwagens mitgeholfen, und auch sonst ist jede Menge Organisationsarbeit zu leisten. Das Telefon steht kaum still. "Fastnacht, das ist die spezielle Art, mit Humor etwas auf die Beine zu stellen", beschreibt Joachim I. seine Motivation. Mit Humor könne man sich und andere auf die Schippe nehmen und der Gesellschaft den Spiegel vorhalten. "Mit Humor kann man das alltägliche Leben besser ertragen", findet die Prinzessin. Und Funkenmariechen Annabelle weiß: "Die schönen Momente mit Applaus entschädigen für die Arbeit, die in einem Tanz drinsteckt."volksfreund.de/fastnachtExtra

Höhepunkt der Serriger Fastnacht ist der große Umzug am 4. März ab 14.11 Uhr. Start ist am Kindergarten in der Losheimer Straße. Bis Mitternacht gibt es in der Dorfmitte Livemusik. Bereits am Freitag, 28. Februar, steigt ab 20.11 Uhr auf dem Hofgut Serrig der traditionelle Prinzenball. Da steht der Tanz nach der Musik von Marc Pele im Vordergrund. Der Eintritt kostet fünf Euro. doth