Seitensprung mit Hindernissen

Was beim Saar-Hunsrück-Steig die Traumschleife, ist beim Moselsteig der "Seitensprung". Zum Wehrer Rosenberg führt der noch nicht offiziell seiner Bestimmung übergebene, sechs Kilometer lange Rundweg, der schon mal als Wanderung ausprobiert wurde. Außerdem hat Helfant jetzt wieder einen Kastanienbaum im Dorf.

Helfant/Wehr. Auf 150 Lenze hat es die alte, jedoch morsche Rosskastanie gebracht, die Mitte letzten Jahres im Helfanter Ortszentrum gefällt werden musste. "Dieser Baum hat zum Ortsbild gehört wie unser Helfanter Dom", erklärt der Ortsvorsteher die Bedeutung des ehemaligen Naturdenkmals für die Bevölkerung.
Doch jetzt steht an gleicher Stelle ein neuer Baum, der, wie sein Vorgänger weiß blüht. Möglich machte das die Flurbereinigung des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) Mosel.
Probewanderung


Hier begann auch eine Art Probewanderung auf dem künftigen Moselsteig-Seitensprung "Wehrer Rosenberg". Das sind rund sechs Kilometer am Helterbach entlang, die nicht nur abwechslungsreich, sondern teilweise richtig abenteuerlich gestaltet sind. Dieser Weg, der kein leichter ist, wurde früher von Helfanter Winzern gebraucht, um zu ihren steilen Weinbergen in Wehr zu kommen. Jetzt reisten rund 200 Wanderer auf Schusters Rappen von Helfant nach Wehr, balancierten über Steine im Bach und kraxelten eine Leiter hoch.
Der Heimat- und Kulturverein hat mächtig angepackt und alles freigeschnitten. Die Kletterpartien sind mit Stahlseilen zum Festhalten gesichert. 36 000 Euro kosteten die Arbeiten, einschließlich Eigenleistung. "Das ist überwiegend Privatgelände", sagt Ortsbürgermeister Florian Wagner. Fünf Eigentümer mussten ihr OK geben.
"Dieser Seitensprung soll ein Premiumweg werden", nennt Wagner das Ziel einer Zertifizierung durch das Deutsche Wanderinstitut in Marburg. Bis dahin muss noch die provisorische Beschilderung durch eine endgültige ersetzt werden und der Weg seinen Feinschliff bekommen.
Hier ist nicht nur der Weg das Ziel, sondern auch der Pavillon in den Weinbergen mit grandiosem Ausblick ins Moseltal. Dort warteten die lokalen Winzer mit ihren edlen Tropfen auf die Wanderer. "Diesen Pavillon haben wir gebaut", sagt Armin Gumny vom Heimat- und Kulturverein mit Stolz. Das sei mehrere Monate Arbeit gewesen.
Der Weg verbinde zwei Nachbardörfer miteinander und sei deshalb für Einheimische wie Touristen attraktiv. Die offizielle Eröffnung ist für August geplant. doth