Serrig startet ins Gigabit-Zeitalter, falls genügend Haushalte mitmachen.

Kommunalpolitik : Glasfaseranschluss ins Haus? Geschenkt!

Serrig startet ins Gigabit-Zeitalter, falls genügend Haushalte mitmachen. Die Ortsgemeinde schließt einen Vertrag mit innogy TelNet ab.

Es ist noch nicht lange her, da wollten Internet-Anbieter Unsummen von Kommunen haben, um beim Ausbau des Leitungsnetzes sogenannte „Wirtschaftlichkeitslücken“ zu schließen. Serrig ist von innogy TelNet ausgesucht worden, um zu zeigen, dass es auch anders geht: modernste Glasfasertechnik in 550 Adressen, die nicht vom Kreisprojekt zum Breitbandausbau gefördert werden. In der jüngsten Sitzung des Ortsgemeinderates wurde ein Kooperationsvertrag mit diesem Unternehmen geschlossen, das jetzt im Dorf mit inexio aus dem saarlänischen Saarlouis konkurriert.

Damit die Kostenrechnung aufgeht, verlangt innogy TelNet jedoch einen Anschlussgrad von 30 Prozent binnen drei Monaten. „Wer sich in dieser Zeit entscheidet, den kostet der Anschluss der Glasfaserleitung im Haus nichts“, erklärt Ortsbürgermeister Egbert Adam. Danach werden es knapp 1300 Euro sein.

Im Vertrag verpflichtet sich Serrig im Gegenzug, das Projekt zu begleiten und eine Informationsveranstaltung anzusetzen, in der auch über die monatlichen Kosten gesprochen wird. Diese Bürgerversammlung ist terminiert auf Mittwoch, 8. Mai, um 19.30 Uhr im Bürgersaal Serrig.

Zuvor werden die Bürger von innogy TelNet angeschrieben und vorinformiert. Weitere Informationen gibt es unter www.innogy-highspeed.de

Als „schnell“ gelten heute Übertragungsraten im dreistelligen Megabitbereich. Für Serrig wird ein Wert von bis zu 300 Megabit pro Sekunde angestrebt, auch in allen Außenbereichen wie dem Hofgut und vor allem in der Schule. „Grundsätzlich ermöglichen die Anschlüsse Geschwindigkeiten im Gigabitbereich“, gibt innogy-Sprecher David Kryszons einen Ausblick in die weitere Zukunft. Es seien Investitionen von mehr als 1,5 Millionen Euro vorgesehen. Es werden keine öffentlichen Mittel eingesetzt und auch die Ortsgemeinde muss sich nicht finanziell beteiligen, vorausgesetzt die Vorvermarktungsquote wird erreicht. „Das sind rund 180 Haushalte“, rechnet Ortschef Adam vor. Klappt das, könne das Fernsehprogramm an Weihnachten schon über Glasfaser genossen werden. 2010 hat Serrig einen ähnlichen Vertrag mit dem saarländischen Anbieter inexio geschlossen um eine Geschwindigkeit von bis zu 30 Megabit zu sichern. Ortsbürgermeister Adam versichert: „Es wird keine Parallelleitung verlegt.“ Dem neuen Vertrag wird eine Zusatzvereinbarung zugefügt, damit Kunden beim Anbieterwechsel keine Nachteile entstehen.

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