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Serriger Bach ausgetrocknet - Bürger retten Fische vor dem sicheren Tod

Folge der Hitzewelle : Bach in Serrig ausgetrocknet – Bürger retten Fische vor dem sicheren Tod

In Serrig ist der Bachlauf am Wochenende so stark ausgetrocknet, dass Nachbarn und Mitglieder des Angelsportvereins den im Wasser lebenden Tieren zu Hilfe eilen mussten. Der Ortsbürgermeister meldet am Montag vorerst Entwarnung.

Mit Angelnetzen und Wasserbehältern ausgerüstet sind am Wochenende Bewohner aus Serrig zum Bach geeilt, der dort in die Saar mündet. Der Grund für ihren spontanen Einsatz: Wegen der hohen Temperaturen und der anhaltenden Trockenheit der vergangenen Tage führte der Bachlauf so gut wie kein Wasser mehr. Das Bett war fast ausgetrocknet, etliche Bachforellen und Krebse und viele andere Organismen drohten qualvoll zu ersticken.

Doch einige Serriger um Armin Britten, Sonja Loch und die Familien Schiffner und Dellerie griffen beherzt ein und begannen,  die zum Teil mit offenen Mündern mühsam nach Luft schnappenden Fische einzufangen. Viele konnten so gerettet und in den Teich des Angelsportvereins (ASV) Serrig transportiert werden.

Der Grund für die prekäre Lage der Tiere war nach Ansicht einiger Helfer nicht ausschließlich die akute Trockenheit im Bach. Im oberen Bachlauf habe es mehrere kleine Staudämme gegeben, die wohl nicht auf natürlichem Wege entstanden seien. Die Mitglieder des Angelsportvereins haben sie inzwischen wieder abgebaut.

 Der Bach in Serrig führt am Wochenende kaum noch Wasser. Für Fische und Krebse wird dies zur tödlichen Falle. Dank des Einsatzes von Nachbarn und Anglern gelingt es, einige Tiere zu retten und in mit Wasser gefüllten Behältern zum Angelteich zu bringen.
Der Bach in Serrig führt am Wochenende kaum noch Wasser. Für Fische und Krebse wird dies zur tödlichen Falle. Dank des Einsatzes von Nachbarn und Anglern gelingt es, einige Tiere zu retten und in mit Wasser gefüllten Behältern zum Angelteich zu bringen. Foto: Wilfried Hoffmann

Der TV hat am Montag bei der Verwaltung der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell nach den Hintergründen gefragt. Diese verwies auf den Serriger Ortsbürgermeister Karl-Heinz Pinter, der auf TV-Nachfrage erklärte, dass die Dämme wohl keinen Einfluss auf die Austrocknung des Baches gehabt hätten. Es sei auch sonst keine Fremdeinwirkung festzustellen gewesen, weshalb wohl allein das heiße trockene Wetter verantwortlich sei für den sehr niedrigen Wasserstand. Mittlerweile fließe allerdings wieder ein wenig Wasser im Bach – vermutlich aufgrund eines Regenschauers im Hochwald. Man werde die Entwicklung in den nächsten Tagen beobachten und gegebenenfalls gezielte Maßnahmen ergreifen, sollte erneut eine fast vollständige Autrocknung drohen. Der Serriger Bach ist Teil eines Flora-Fauna-Habitat-Gebiets, in dem strenge Naturschutzvorgaben gelten.

Am Montagabend wollte der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Serrig zwei Umwälzpumpen einsetzen, um den Angelweiher des Angelsportvereins Serrig mit Sauerstoff zu versorgen.