Serriger will nicht nur mit Ziegen helfen

Serriger will nicht nur mit Ziegen helfen

Seit einem Jahr hilft Ingbert Dawen aus Serrig Witwen in Uganda, indem er ihnen Ziegen schenkt. Es ist die stabilste Währung des Landes. Nun will er einen Verein gründen und weitere Hilfsprojekte anschieben. Besonders die medizinische Versorgung soll verbessert werden.

Serrig/ Lwala. Wenn Ingbert Dawen über die Zustände im Dorf Lwala in Uganda spricht, verfinstert sich seine Miene. Der Serriger war selbst im Auftrag der Hilfsorganisation Cap Anamur als Entwicklungshelfer dort tätig. "Wir haben ein altes Krankenhaus restauriert und selbst das Elend miterlebt", sagt der Gemeindearbeiter. Er belässt es jedoch nicht beim Klagen, er ist aktiv geworden.
Was brauchen die Menschen am nötigsten? Ziegen! Dawen verschenkt sie an die Frauen von Lwala (der TV berichtete mehrfach). Er sagt: "Viele Frauen sind Witwen. Sie haben ihre Männer durch Aids verloren und wissen jetzt nicht mehr, wie sie ihre zahlreichen Kinder durchbringen sollen." Auf die Regenzeit und damit regelmäßige Ernten könne sich in Uganda wegen des Klimawandels niemand mehr verlassen.
Eine Ziege kostet auf dem ugandischen Markt umgerechnet 25 Euro. "Das Tier ist für die neue Besitzerin wie ein Lottogewinn", sagt Dawen. Der Nachwuchs, den diese Ziegen bekommen, wird an andere Frauen weitergegeben. 120 Ziegen sind es bis jetzt geworden.
Die Ziegen kauft und verteilt Pater Dennis vor Ort. Mit ihm haben die Serriger Helfer einen einflussreichen Verbündeten in Lwala. "Er ist dort eine Respektsperson, auf die alle hören", sagt Dawen. Auch ein Ochsengespann wurde im Rahmen des Projekts angeschafft. Es wird vor Ort zur Bewirtschaftung der Felder an Bauern vermietet.
Dawen wird in Deutschland bei seinem Hilfsprojekt bislang vom Serriger Dorfpfarrer Klaus Feid und der Serrigerin Annette Brück-Fink unterstützt. Er möchte die Hilfe ausweiten und auf breitere Füße stellen. Deshalb will er einen Verein gründen, der auch Spendenquittungen ausstellen kann. Denn es gibt viel zu tun.
Noch schlimmer als die mangelnde Versorgung mit Nahrung ist die medizinische Situation in Lwala. Dawen: "Das Dorf hat zwar ein Krankenhaus mit Kinderstation, aber den kleinen Patienten zu helfen ist schwierig." Plüschtiere sollen seelische Linderung bringen, aber vor allem wollen die Serriger einen Arzt finanzieren, der einmal im Monat kostenlose Behandlungen anbietet. Aids, Malaria, Verbrennungen, Hepatitis und vieles mehr sind die häufigsten Krankheiten. Gebraucht werden auch Kinderkleidung und Kinderschuhe.
Dawen und seine Mitstreiterin Annette Brück-Fink arbeiten verstärkt mit der Kirchengemeinde in Serrig zusammen, um für ihre Hilfe zu werben. "Wir wollen den Menschen Hoffnung auf eine bessere Zukunft geben", lautet ihre Losung. Die Alternative wären Flüchtlingsströme, die ungleich größer wären als diejenigen, die wir heute erleben. Dawen sagt: "Wenn wir nur ein Menschenleben retten, hat sich unsere Arbeit doch schon gelohnt."Extra

Ingbert Dawen informiert am Mittwoch, 19. Oktober, 19 Uhr, in der Saarburger Volkshochschule mit Fotos über seine Arbeit in Uganda. Eine Anmeldung unter Telefon 06581 996656 ist erforderlich. Kuscheltiere und Spenden für das Porto nimmt Dawen direkt entgegen. Er sammelt sie, packt sie um und verschickt sie wieder. Seine Adresse: Seiftweg 29, 54455 Serrig Spendenkonto: Ingbert Dawen, DE 86585501300007166838, Bic TRISDE55, Stichwort Lwala Hilfsprojekt. Das Buch "Ziegen für Lwala" ist im BoD-Verlag erschienen, ISBN 9783741251245. Info: <%LINK auto="true" href="http://www.ziegenprojekt-lwala.jimdo.com" text="www.ziegenprojekt-lwala.jimdo.com" class="more"%> und bei Facebook unter dem Stichwort "Ziegen für Lwala". doth

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