Sesselbahn trotzt Schmuddelsommer
Saarburg · Kalt und grau: Der Sommer 2011 war nicht ideal. Obwohl die Saarburger Sesselbahn ein Schönwetter-Ziel ist, fällt die Bilanz kurz vor Saisonende ordentlich aus. Gut so fürs Geschäft. Schließlich steht 2012 eine Großinvestition an.
Saarburg. Berg- und Talfahrt. Das ist nicht nur der Weg der Saarburger Sesselbahn am Warsberg. Berg- und Talfahrt beschreibt auch ziemlich genau die Gefühlslage von Alois Marx, wenn er auf die Saison zurückblickt, die nun fast vorbei ist. Marx ist Geschäftsführer und Betriebsleiter der stadteigenen Sesselbahn GmbH, und er hat in diesem Jahr ziemlich oft von der Bergstation auf dicke graue Wolken geschaut.
"Vier Monate lang war es ziemlich durchwachsen", sagt Marx. Seit Mitte Juni habe es praktisch keine Wochenenden gegeben, die durchgängig Sesselbahnwetter hatten - also Sonnenschein, nicht zu starker Wind.
Die Berg- und Talfahrt fing direkt zum Saisonbeginn an: Auf den verhältnismäßig späten Start - eine Woche vor Ostern - folgte gutes Wetter bis Anfang Juni und damit ein ordentlicher Aufschwung. Dann aber ging es bergab. Sieben Mal musste der Betrieb allein wegen Gewitter eingestellt werden - ungewöhnlich oft, wie der Betriebsleiter erklärt.
Ansturm Anfang Oktober
Bei dem größeren Stromausfall Anfang Juni, als mehrere Orte der Verbandsgemeinde Saarburg betroffen waren, mussten zwei Fahrgäste rund 30 Meter vor der Talstation per Notantrieb ins Tal gebracht werden.
"Das Wetter hat Fahrten gekostet", sagt Marx. Einbußen gab es vor allem bei den Gästen des Ferienparks. Weniger Campinggäste bedeuten eben auch weniger Passagiere vom Berg ins Tal und wieder zurück. Und die, die da sind, fahren bei Regen doch lieber mit dem Auto ins Tal. In der Summe sind es 6000 Fahrten weniger, die auf die Ferienparkgäste fallen.
Schließlich haben es die Tagesgäste wieder rausgerissen: Mit 68 240 Fahrten bis Ende September sind es nur knapp 300 weniger als in der Rekordsaison 2010. "Das ist bei dem durchwachsenen Wetter eine gute Bilanz", sagt Marx. Schließlich machen Tagestouristen rund zwei Drittel der Gesamtgäste aus. Und sie bescherten der Sesselbahn am 2. Oktober den, so Marx, "besten Tag, den wir je hatten". Die Sesselbahn finanziert sich über die Einnahmen aus den Tickets und über Werbung. Die Stadt bezuschusst das Geschäft nicht. Und bisher bleibt immer etwas übrig - in guten Jahren gibt es laut Marx einen Überschuss von 20 000 bis 30 000 Euro. "Selbst bei 10 000 Fahrten weniger bleiben wir noch in den schwarzen Zahlen."
Der Überschuss wird genutzt für eine weitere große Investition. Nachdem in den vergangenen Jahren Getriebe und Seil erneuert wurden, sind Ende 2012 die Sessel dran. Kosten: 200 000 Euro. In der kommenden Saison werden also zum letzten Mal die 35 Jahre alten, metallgrauen Doppelsessel mit Klappdach im Einsatz sein. Einen Vorgeschmack auf die neuen gab es bereits in dieser Saison: Eines der neuen Modelle ist bereits im Einsatz, allerdings ohne Haube, die noch hinzukommt. Bis Ende Oktober gibt es noch die Möglichkeit, die Bahn zu nutzen - Marx erwartet dann auch noch mal einen Schwung Fahrgäste, denn die niederländischen Herbstferien stehen an. 68 240 Fahrten sind seit Saisonbeginn Mitte April von Tagesbesuchern gebucht worden. 6000 Fahrten weniger als im Vorjahr fuhren die Gäste des Landal Green Parks. 10 000 Fahrten minus kann die Sesselbahn im Jahr verkraften, ohne in die roten Zahlen zu rutschen. 200 000 Euro kosten die neuen Sessel, die 2013 erstmals genutzt werden. jka