Sesselbahn wird sommerfit

Was macht eigentlich die Sesselbahn im Winter? Während der Betrieb ruht, laufen die Vorbereitungen für die neue Saison bereits auf Hochtouren. In diesem Jahr gibt es mehr zu tun - Sturmtief Xynthia hat auch nach knapp einem Jahr noch Nachwirkungen.

Saarburg. Der Wind pfeift. Obwohl der Himmel bedeckt ist, bietet sich von oben ein weiter Blick hinaus ins Tal der Saar. Oben, das ist die Bergstation der Saarburger Sesselbahn. Wenn diese auch gerade ihre Winterpause hält, so ist dort auf dem Warsberg alles andere als Ruhe angesagt. Seit ein paar Tagen laufen die Vorbereitungen zur neuen Saison. Dazu gehören vor allem Wartungsarbeiten an Stützen, Seil und Kabinen.

Klemmenmüssen überprüft werden



So werden die Klemmen, die die Kabine mit dem Seil verbinden, von allen Sesseln abmontiert und gesäubert. "Dann werden sie bei einer Firma aus Mayen einer Prüfung unterzogen", erklärt Sesselbahn-Betriebsleiter Alois Marx. Mittels sogenannter Magnetpulverprüfung können die Experten feststellen, ob die Metallklemmen Haarrisse haben. "Das ist Routine, die Klemmen werden jedes Jahr geprüft", sagt Marx. Nicht nur dafür machen Marx und seine beiden Kollegen gerade das Seil frei. Immer mehr Sessel stehen an der Bergstation. Der Grund dafür liegt nun beinahe ein Jahr zurück: Sturmtief Xynthia machte Ende Februar 2010 nicht vor der Saarburger Sesselbahn halt. 18 von 50 Sesseln wurden beschädigt, bis auf fünf konnten alle repariert werden (der TV berichtete). "Wir haben rund 1000 Stunden in vier Wochen gearbeitet zwischen Sturm und Saisonbeginn", sagt Marx.

Jedes Jahr wird eine Stütze lackiert



Die Sicherheitsvorschriften verlangen, dass das Seil nun erneut geprüft wird. Zwar wurde das 2009 neu eingesetzte Seil nach dem Sturm direkt untersucht. "Das reicht Prüfern und Tüv aber nicht", sagt der Betriebsleiter. Experten von der Uni Stuttgart testen daher Ende des Monats mit einem speziellen Verfahren das Seil auf mögliche Spätschäden. Dabei werden zwei Halbschalen mit Magneten ums Seil herumgelegt. Deren Messungen werden als Diagramm abgebildet. "Dann wird das neue Diagramm mit dem alten verglichen, um zu sehen, ob irgendwo Fehler oder kleine Risse sind", sagt Marx. Normalerweise ist diese Untersuchung nur alle vier Jahre fällig.

Mehrkosten kommen auf die Sesselbahn damit nicht zu, da die Sturmversicherung dies übernimmt. Dennoch müssen die fünf Monate Winterpause samt Personalkosten und Wartungsarbeiten aus den Einnahmen der Saison gedeckt werden. Und auch reichen, um eine der acht Stützen neu lackieren zu lassen. "Jedes Jahr ist eine dran", erklärt Marx. In diesem Jahr Stütze sechs. Wenn dann auch noch der Tüv nach der Bauwerksprüfung sein Okay gibt, steht der neuen Saison nichts im Wege. Marx: "Anfang April geht es los." Voraussichtlich wird es dann auch noch etwas Neues geben, verrät der Betriebsleiter: "Es sind neue Pläne in Arbeit, um noch einmal neue Gäste anzulocken." HintergrundSaarburger Sesselbahn: 1976 ging die Saarburger Sesselbahn in Betrieb. Damals schon sollte sie Gäste vom Ferienpark auf dem Warsberg in die Stadt bringen und umgekehrt. Die Stadt übernahm die Bahn 2005 von der Landal Ferienparkgesellschaft. Seit 2007 ist die Sesselbahn als selbstständige GmbH organisiert, deren hundertprozentiger Eigentümer die Stadt ist. Betriebsleiter und Geschäftsführer ist Alois Marx. In der vergangenen Saison verzeichnete die Saarburger Sesselbahn 123 131 Fahrten. Das entspricht mehr als 75 000 Gästen, darunter auch viele Tagesgäste. (jka)ExtraEine geplante Investition und ihre Vorboten: Weil die Sesselbahn GmbH neue Sessel anschaffen und dafür rund 200 000 Euro investieren wird, steigen die Preise für die Sesselbahn in der kommenden Saison moderat. Für eine Berg-und Talfahrt müssen Erwachsene künftig fünf Euro zahlen statt 4,50 Euro. Alle anderen Preise bleiben, wie sie sind. Der Neuerwerb der Sessel musste vorgezogen werden, nachdem der Sturm einige stark beschädigt hatte. Spätestens Ende 2012 sollen die Sessel da sein. (jka)