Sesselbahngeschäft läuft rund

700 Meter ist die Saarburger Sesselbahn lang. 700 Meter, die so beliebt sind, dass die Sesselbahn GmbH seit Jahren schwarze Zahlen schreibt. 2009 war ein besonders gutes Jahr. Auch 2010 könnte ein solches werden - obwohl Sturm Xynthia Ende Februar fast den Saisonstart vermasselt hätte.

Saarburg. Es ist frühherbstlich kühl auf dem Warsberg, am Haus mit der wohl schönsten Adresse der Stadt, "In den Urlaub 1a". Diese Anschrift hat die Bergstation der Saarburger Sesselbahn, die auch nach dem ganz großen Sommergeschäft noch weiter ihre Runden dreht.

Die Urlauber sind weniger geworden, aber sie sind noch da. Gerade ist ein Ehepaar von unten heraufgekommen, die Fahrräder hängen am Fahrradhalter. Bis Ende Oktober ist die Bahn noch in Betrieb. Dann wird Alois Marx, Betriebsleiter und Geschäftsführer, wissen, ob das Geschäft so gelaufen ist wie in den Vorjahren. 2009 war ein gutes Jahr für die Sesselbahn. Das hat Marx vor kurzem auch dem Eigentümer, der Stadt, in der Bilanz dargelegt. "2009 war super", sagt Marx. "Wir hatten 120 000 Beförderungen, also Fahrten von einer Station zur anderen." Das entspricht rund 75 000 Gästen.

Seit die Bahn 2006 unter städtischen Betrieb gefallen und seit sie 2007 als selbstständige GmbH organisiert ist, schreibt sie laut Marx schwarze Zahlen. In den Jahren zuvor sei habe es jeweils ein Verlustgeschäft von rund 30 000 Euro gegeben. Jetzt liege der jährliche Nettogewinn bei rund 20 000 Euro.

Zwei Drittel des Umsatzes durch Tagestouristen



"Inzwischen machen wir zwei Drittel des Umsatzes mit Tagestouristen und nur ein Drittel mit Gästen des Ferienparks", erklärt Marx. Die Ferienparkgäste fahren auch nicht mehr umsonst, so wie früher, sondern nur noch zu ermäßigten Preisen.

Für 2010 ist Marx sehr optimistisch. "Obwohl der April total ins Wasser gefallen ist, haben wir kräftig aufgeholt." Es sei sogar realistisch, das Niveau des Vorjahres zu erreichen, wenn das Wetter weiter mitspiele. "Der August war sehr gut", erklärt der Geschäftsführer. "Da war es trocken, aber zu kalt fürs Schwimmbad. Also sind viele Leute zu uns gekommen."

Vier Wochen vor Saisonbeginn hätten seine Mitarbeiter und er dies wohl nicht für möglich gehalten. Denn damals hätte Sturmtief Xynthia den Saisonstart beinahe gehörig vermasselt: 18 der 50 Sessel wurden beschädigt. "Bis auf fünf konnten wir alle reparieren", sagt Marx. Kurz zuvor seien die Überholungsarbeiten des Winters abgeschlossen worden, Ende 2009 erst hatte die Bahn für 35 000 Euro ein neues Seil erhalten, das damals dann erst frisch aufgezogen war. Dank Xynthia musste die ganze Arbeit noch mal von vorn beginnen. "Wir haben vier Wochen lang praktisch Tag und Nacht geschuftet", erklärt Marx. Es hat sich gelohnt, die Bahn ging pünktlich in Betrieb.

Der Sturm hatte auch zur Folge, dass Marx nun eine weitere größere Investition vorzieht: neue Sessel. "Wenn der Sturm nicht gewesen wäre, hätten wir noch drei bis fünf Jahre Zeit gehabt", erklärt er.

Die für eine Reparatur benötigten Sessel-Ersatzteile wären Einzelanfertigungen und damit sehr teuer. "Daher überlegen wir jetzt, als Alternative alle Sessel früher zu erneuern." 200 000 Euro würde das kosten. Ende 2011 oder spätestens 2012 sollen die Sessel kommen. Investieren wird die allein die GmbH. "Der städtische Haushalt wird auf keinen Fall belastet", sagt Marx. Extra Saarburger Sesselbahn: 1976 ging die Saarburger Sesselbahn in Betrieb. Damals schon sollte sie Gäste vom Ferienpark in die Stadt bringen und umgekehrt. Die Stadt übernahm die Bahn 2006 von der Landal Ferienparkgesellschaft und investierte rund 180 000 Euro in eine neue Steuerungsanlage und neue Bremshydraulik. Seit 2007 ist die Sesselbahn als selbstständige GmbH organisiert, die Stadt ist hundertprozentiger Eigentümer. (jka)