Sie sind das Gesicht der Saarburger Polizei

Sie sind das Gesicht der Saarburger Polizei

Die Dienststelle der Saarburger Polizei, die auch für Konz zuständig ist, feiert ihren 25. Geburtstag. Für Sonntag lädt sie zum Tag der offenen Tür ein. Die Kommissare Josef Bertel und Sebastian Jacobs sind alte Hasen im Revier. Sie haben dem TV erzählt, welche Fälle sie in ihrer Dienstzeit besonders bewegt haben.

Saarburg. Josef Bertel und Sebastian Jacobs haben in der Polizeiinspektion (PI) Saarburg schon kuriose Momente erlebt, die sie noch heute zum Schmunzeln bringen. Die beiden Hauptkommissare erinnern sich noch gut an einen Betrunkenen, der zur Ausnüchterung in der Zelle saß. Er randalierte so stark, dass sich die Tür verbog und nicht mehr von den Polizisten geöffnet werden konnte. "Da mussten wir die Feuerwehr rufen, um den Mann zu befreien", erinnert sich Bertel. Er ist seit 1984 bei der Saarburger Polizei und war vor 25 Jahren beim Umzug aus der alten Wache in der Graf-Siegfried-Straße in die Brückenstraße dabei. Sein Kollege ist seit 1996 in der PI angestellt. Der Alltag der beiden Hauptkommissare gestaltet sich in der Regel aber nicht immer ganz so spektakulär: Streife fahren in ihren Einsatzgebieten Saarburg und dem Stadtgebiet von Konz, Vernehmungen von Zeugen und Papierkram bestimmen ihre tägliche Arbeit.
"Wir fahren immer den ersten Angriff", sagt Bertel. Wenn etwas passiert, müssen sich als erstes die Polizisten ein Bild von der Lage vor Ort machen. Dabei reicht das Spektrum von bewusstlosen Menschen, die jemand im Gebüsch findet, bis zur Katze auf dem Dach oder ausgebüxten Kühen. Was die Kommissare genau erwartet, wissen sie aber nie so richtig. "90 Prozent sind nicht planbar", betont Bertel. Dabei übernehmen die Polizisten auch viele Aufgaben, die eigentlich nicht in ihren Zuständigkeitsbereich fallen. Bei Lärmbelästigung oder Nachbarschaftsstreitigkeiten wird heute schnell mal die 110 gewählt. "Die Leute reagieren empfindlicher als früher", sagt Jacobs. Neben dem Alltagsgeschäft sind es vor allem die außergewöhnlichen Fälle, die die Polizisten beschäftigen. "Meist sind es die tragischen Momente, die im Gedächtnis hängenbleiben", sagt Bertel. Jacobs hat noch heute Bilder eines heftig zugerichteten Mannes im Kopf, der in Konz unter einer Brücke gefunden wurde und an seinen Verletzungen starb. Am schlimmsten ist für die Männer die Überbringung von Todesnachrichten an Angehörige. "Das geht jedem ins Innere. Da wird man manchmal nachts noch wach von", sagt Jacobs. In ihrer Arbeit geraten auch die Kommissare selbst in Gefahr. "Ich habe meine Waffe noch nie benutzen müssen, aber schon oft benutzen können", sagt Jacobs. Erst im Nachhinein wird ihnen meist klar, was in einer brenzligen Situation alles hätte passieren können. Josef Bertel hat es kürzlich dann tatsächlich getroffen: Bei einer Verkehrsregelung wird er angefahren, fliegt durch die Luft und verletzt sich an Knie und Ellbogen. Nach mehreren Operationen am Knie hat er noch immer mit den Nachwirkungen zu kämpfen und kann heute noch nicht richtig laufen.
Die schönen Erlebnisse in ihrem Arbeitsalltag haben die Kommissare, wenn sie Bürgern helfen oder ihnen einen Gefallen tun können. "Das sind meistens kleine spontane Sachen", sagt Bertel. Stehen Betroffene nach einem Unfall völlig hilflos da, springen die Polizisten gerne ein: "Das ist ja selbstverständlich!" Auch wenn sie nichts für ihre Hilfe annehmen dürfen, ist ein ehrlich gemeinter Dank für sie dann Lohn genug.Extra

Der Tag der offenen Tür ist am Sonntag, 10. Juni, von 10 bis 18 Uhr in der Polizeiinspekton in der Brückenstraße 10. Die Besucher können Fahrzeuge und einen Polizeihubschrauber aus der Nähe sehen und die Diensthundestaffel kennenlernen. Zudem gibt es ein Angebot zur Berufsberatung. Auf die Kleinen warten ein Motorradkarussell und die Polizeipuppenbühne. Um 11 Uhr spielt das Polizeiorchester des Saarlands. maf