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Sie sollen schlichten, wenn es Streit gibt

Sie sollen schlichten, wenn es Streit gibt

Gunnar Tödt (41) aus Kell am See ist von der Direktorin des Hermeskeiler Amtsgerichts, Claudia Meßer, zum Schiedsmann für den Bezirk Kell am See ernannt worden. Seine Stellvertreterin ist Doris Köbernik aus Waldweiler.

Kell am See/Hermeskeil. Eingreifen, wenn zwei Nachbarn sich in die Haare bekommen. Das ist laut Claudia Meßer, Direktorin des Hermeskeiler Amtsgerichts, eine "klassische Aufgabe" für ehrenamtliche Schiedspersonen. Sie sollen durch Vermittlung zwischen den Konfliktparteien verhindern, dass weniger schwere Streitfälle, ziviler oder auch strafrechtlicher Art, gleich vor Gericht verhandelt werden müssen.
Für den Schiedsamtsbezirk Kell am See sind am Mittwoch im zuständigen Hermeskeiler Amtsgericht ein neuer Schiedsmann und seine Stellvertreterin offiziell ernannt und vereidigt worden. Gunnar Tödt aus Kell am See hat das Ehrenamt übernommen. Der 41-Jährige arbeitet als Personalleiter beim Lebensmittelkonzern Nestlé in Otzenhausen im Saarland. Vertreten wird er durch Doris Köbernik (63) aus Waldweiler, die vor ihrem Ruhestand als Logistik- und Zollmanagerin tätig war.
"Sie treten eine wichtige Aufgabe an, die leider in der Öffentlichkeit nicht so bekannt ist", erklärte Gerichtsdirektorin Meßer zur Bedeutung des Schiedsamts. Dessen Ziel sei eine "andere Kultur des Streitschlichtens", um die Gerichte in ihrer täglichen Arbeit zu entlasten. Die ehrenamtlichen Schiedpersonen könnten nicht selten dazu beitragen, Konflikte zu entschärfen, da sie "die Örtlichkeiten und die Akteure in ihren Gemeinden kennen".
Tödt und Köbernik werden das Ehrenamt laut Thorsten Kaup, Geschäftsleiter des Amtsgerichts, für fünf Jahre ausüben. In der Regel seien "bis zu zehn" Schiedsverfahren pro Jahr zu erwarten. Ein Schiedsverfahren sei bei vielen zivilrechtlichen Verfahren, etwa bei Familienstreitigkeiten oder Fragen des Nachbarschaftsrecht sogar Pflicht - was nur wenige Menschen wüssten, sagt Kaup.
Martin Alten, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Kell am See, gratulierte den neuen Schiedspersonen zu ihrer Ernennung. Der Verbandsgemeinde-Rat hatte diese in seiner Sitzung Ende April beschlossen. "Wir waren über beide Bewerbungen sehr froh", sagte Alten. Beide Kandidanten lebten erst seit kurzer Zeit in der VG Kell: "Das hilft ihnen vielleicht sogar dabei, ein Stück objektiver an die Dinge heranzugehen."
Gunnar Tödt löst den Zerfer Erich Moßmann ab, der bislang als Schiedsmann in der Verbandsgemeinde Kell am See tätig war. cweb