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Sie wollen die alte Obstbaumallee erhalten

Sie wollen die alte Obstbaumallee erhalten

134 Bäume prägen die alte Gusenburger Obstbaumallee, die Richtung Hermeskeil führt und von Alteingesessenen liebevoll "Aal Chaussee" genannt wird. Ehrenamtliche, Flächeneigentümer, die Ortsgemeinde und der Naturschutzbund Nabu Region Trier haben sich gemeinsam zum Ziel gesetzt, die Allee durch Schnitt der alten Bäume und Nachpflanzungen zu erhalten.

Gusenburg. Auf mindestens 90 Jahre werden die Bäume der alten Gusenburger Obstbaumallee geschätzt, denn viele hochbetagte Gusenburger kennen sie schon seit ihrer Kindheit. "Für Apfelbäume ist das ein unglaubliches Alter", erklärt Manfred Weishaar, Vorsitzender des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) Region Trier. Je älter die Bäume werden, desto wertvoller werden sie für den Artenschutz.
"In den entstehenden Asthöhlen finden Fledermäuse, Siebenschläfer und Höhlenbrüter Unterschlupf", ist der Naturschützer überzeugt.
Ausschließlich alte Obstsorten sind auf der Allee zu finden. Sie heißen Riesenboiken, Triumpf aus Luxemburg, Bohnapfel, Schöner aus Boskoop und Winterrambur. Außerdem gibt es unbekannte graue Renetten und Mostäpfel, welche zur Bestimmung der pomologischen Kommission vorgelegt werden. "Denn diese Sorten sind uns völlig unbekannt", erklärt der Naturschützer. Seinem Verein ist der Erhalt alter und regionaler Obstsorten wichtig, um die Vielfalt für die Nachwelt zu erhalten.
"Mit dem rauen Hunsrückklima und den kalten, langen Wintern müssen die Sorten klarkommen", erläutert Agnes Weiß, Ehrenamtliche aus Gusenburg. Für ganz verschiedene Zwecke sind sie gepflanzt worden: "Die einen zum Backen, andere zur Viezherstellung, wieder andere als Tafel- oder Wirtschaftsobst", erklärt die engagierte Frau. Aufgrund der Bedeutung der Allee für das Landschaftsbild, die Tierwelt und den Sortenerhalt wurde im Frühjahr ein Sanierungsschnitt an den alten Obstbäumen von der Baumpflege-Firma Michael Georgi ausgeführt. Dadurch können die Bäume noch einige Jahre erhalten bleiben. Der Schnitt wurde mit 2356 Euro vom Naturschutzbund finanziert.
Bergeweise Schnittgut


Ehrenamtliche und Eigentümer der Bäume haben beim Schnitt geholfen und bergeweise Schnittgut zusammen getragen, das anschließend zu Hackschnitzeln weiterverarbeitet wurde. Das Mulchen der Fläche übernahm die Ortsgemeinde.
"Ich freue mich über das große Engagement und bedanke mich bei allen, die zum Erhalt unserer Allee beitragen", erklärt der Gusenburger Ortsbürgermeister Josef Barthen.
In diesem Winter werden von den Ehrenamtlichen Bäume in den Bestandslücken nachgepflanzt. Alte, regionaltypische Sorten natürlich, wie zum Beispiel der Eifeler Rambur. Diese Sorte, die es seit über 100 Jahren gibt, ist als Tafel-, Most- und Brennapfel für höhere, raue und frostgefährdete Lagen unserer Region geeignet. Sie ist widerstandsfähig, kommt mit feuchten Böden klar, hat sehr geringe Ansprüche und ist robust gegen Krankheiten. Genau das richtige für den Hunsrück. Der Nabu bezahlt die Bäume, die Pfähle werden von einem Privatmann gesponsert.
"Wer zum Erhalt der Streuobstallee beitragen möchte, ist herzlich willkommen. Wir wollen einen Arbeitskreis gründen und laden dazu Interessierte ein", ruft Agnes Weiß auf.
Ihre Telefonnummer: 06503/994004. red