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Singer/Songwriter-Treff in Kanzem

Konzert : Authentisch, lebendig und mit Genuss

Die Singer/Songwriter Philipp Eisenblätter und Pauls Jetts spielten beim Open-Air auf dem Weingut Dr. Frey in Kanzem an der Saar.

Ein Singer/Songwriter-Festival war während des Lockdowns einfach unmöglich. Der Plan von Veranstalter Christof Kramp ließ sich erst jetzt umsetzen. Eines von drei Konzerten am Wochenende fand unter freiem Himmel auf dem Weingut Dr. Frey in Kanzem statt. „Es wurde höchste Zeit, jungen Künstlern jetzt wieder eine Chance zum Liveauftritt zu geben“, findet Kramp. Und Weingüter eignen sich dafür ganz besonders. Cord Treseler vom Weingut Dr. Frey arbeitet schon länger mit Kramp zusammen. „Kultur und Wein, das passt doch gut zusammen“, lautet seine Devise.

Der Duisburger Liedermacher Philipp Eisenblätter und die österreichische Formation Pauls Jetts waren zwei richtige Glücksgriffe für den Abend. Der 35-jährige mit der Gitarre startet gerade wieder durch, denn: „Kaum hatte ich mich entschlossen Profimusiker zu werden, kam Corona – und alles schien vorbei, bevor es richtig begonnen hat.“ Ähnlich ging es dem Weingut selbst, das dieses Festival auch schon für 2020 geplant hatte.

 Philipp Eisenblätter spürt in seinen Liedern  eigenen Gefühlen nach.
Philipp Eisenblätter spürt in seinen Liedern eigenen Gefühlen nach. Foto: Herbert Thormeyer

Entsprechend begeistert sagte der Liedermacher aus dem Ruhrpott zu. Seine Themen sind Lebenswege, Ängste, Widersprüche und natürlich die Liebe. „Die besten Ideen zu meinen Songs kommen zeitverzögert, wenn ein Ereignis bereits gesackt ist“, verrät er dem TV. Durch das Lied werde es dann verarbeitet. Und das spürt man: Was Philipp Eisenblätter singt, kommt von ganz tief drinnen.

Eine junge Band, Pauls Jetts aus Wien, sollte mit ihrem Sound an diesem Abend noch überraschen. Namensgeber ist Paul Buschn­egg (25) mit Gitarre und Gesang, begleitet von Bassistin Romy Jakovcic, Schlagzeuger Xavier Plus und – seit einem Jahr dabei – Keyboarder und Bongo-Spieler Kilian Hamappi.

„Liebe, Exzess und Alltag, alles passiert in unseren Songs“, kündigt Paul an. Utopien und Dystrophien, also Zukunftsvisionen und Fehl­ernährung, halten sich die Waage. Märchenhafte Traumwelten werden aufgerufen, teilweise untermalt von Klängen, die älteren Zuhörern noch aus psychedelischer Zeit der 1970er Jahre bekannt vorkommen könnten.

Dabei hat Paul Buschnegg vor fünf Jahren noch viel mit dem Computer experimentiert. „Den Rechner haben wir mittlerweile wieder von der Bühne verbannt“, berichtet er. Dafür floss viel Cross­over bis hin zu Jazz-Elementen in die Musik ein – aber alles auf „echten“ Instrumenten gespielt.

Je dunkler die Dämmerung wurde, umso intensiver wirkte diese Band. „Die behalten wir ganz bestimmt in unserem Programm“, sagte am Abend Christof Kramp mit Begeisterung. Denn auch er ist von diesem neuen, frischen Stil begeistert. Wer weiß, was aus den jungen Talenten noch alles wird, und wie sie sich entwickeln.