Sinnvolle Freizeitgestaltung

SCHÖMERICH. (hm) Wenn Hermann Blees in Erinnerungen schwelgt, drehen die sich um die Burg Heid. Dort hat er einen großen Teil seines Lebens verbracht und seine künstlerische Ader entdeckt.

Vor 44 Jahren hat Hermann Blees, der aus Mandern stammt, seine Frau Maria geheiratet und ist zu ihr nach Schömerich gezogen, wo beide ihr Heim bauten. Einen großen Teil seines Lebens verbrachte er auf der Burg Heid, einem landwirtschaftlichen Großgehöft zwischen Heddert und Lampaden. Der 73-jährige Vater von drei Kindern arbeitete dort mehr als 40 Jahre als Landwirtschaftsmeister. "Als ich auf der Burg anfing, waren dort 25 Leute angestellt. 30 Kühe mussten damals von Hand gemolken werden bei einem monatlichen Verdienst von rund 60 Mark. Davon musste ich auch noch ein paar Mark zu Hause abgeben." Seine Freizeit auf der "Burg" habe er sinnvoll gestaltet, sagt Blees. Er begann zu malen und zu musizieren. "In einem Film hat mich ein Zitherspieler so fasziniert, dass ich nach Trier fuhr und mir eine Zither kaufte", erinnert sich Blees. Im "Zither- und Volksmusikverein" Trier hat er mitgespielt. Inzwischen hat er seine Leidenschaft verlagert: auf die Malerei. Auf dem Hof habe er damit begonnen, "denn sonst gab es dort keine Möglichkeit der Freizeitgestaltung". Rahmen habe er aus Gardinenleisten gezimmert, weil das Geld nicht reichte. Heute ist das Fotografieren seine zweite Leidenschaft. Im Gemeindeleben war er ebenfalls aktiv: 16 Jahre war er im Gemeinderat, davon fünf als Beigeordneter. 20 Jahre war er Feuerwehrmann, zudem Gründungsmitglied des Heimatvereins Hentern. Und wenn er heute an der Burg Heid vorbeikommt, dann ist das für ihn immer wieder ein Grund zum Fotografieren.