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So helfen Serriger Menschen in Uganda

So helfen Serriger Menschen in Uganda

Während seines halbjährigen Aufenthalts in Uganda hat Ingbert Dawen Pater Denis kennengelernt. Nach langem Kampf mit der deutschen Botschaft in Kampala besucht der Pfarrer zurzeit seinen Freund in Serrig. Gemeinsam sammeln sie Geld, für das 70 Ziegen gekauft und an Arme in dem Dorf Lwala verteilt werden.

Serrig. Ingbert Dawen schwärmt immer noch von seiner Zeit in Lwala. Der Serriger war vor rund einem Jahr für sechs Monate als Entwicklungshelfer in dem Dorf, das etwa sechseinhalb Stunden südwestlich der ugandischen Hauptstadt Kampala liegt. Dort hat er für die Hilfsorganisation Cap Anamur (siehe Extra) beim Wiederaufbau einer medizinischen Klinik geholfen (der TV berichtete am 5. März).Erstmals außerhalb seiner Heimat


Jetzt ist vor wenigen Tagen Pater Denis aus Lwala nach Serrig gekommen, um seinen Freund zu besuchen. In Lwala ist der Pastor eine der am meisten respektierten Personen. "Was er sagt, wird von der Dorfgemeinschaft respektiert", sagt Dawen. Denis nickt. Er ist das erste Mal in seinem Leben außerhalb seines Heimatlandes. Ungewohnt ist es für ihn, dass das Wasser sauber ist und aus dem Wasserhahn kommt. In Lwala müssen die Menschen das kostbare Nass aus einem mehrere Hundert Meter entfernten Brunnen holen. Auch dass es in Deutschland so grün ist, ist für den Geistlichen ungewohnt. "In Lwala ist es ein halbes Jahr sehr feucht und dann wieder sechs Monate sehr trocken", erzählt der Pastor.
Bis Pater Denis in das Flugzeug nach Deutschland steigen durfte, mussten etliche Unterlagen für sein deutsches Visum zusammengetragen werden. Eine Krankenversicherung für ihn wurde gebraucht, und Dawen musste Sicherheiten stellen - als Garantie dafür, dass Pater Denis wieder nach Uganda zurückkehrt. "An die nötigen Papiere zu kommen, war ein ziemlicher Aufwand", sagt Dawen.
Einmal in Deutschland verbringt Pater Denis 14 Tage an Saar und Mosel, bevor er dann noch für 14 Tage Freunde in Bayern besucht. Auf dem Tagesprogramm des Gastes aus Lwala stehen Touren nach Trier und in der Region. Abends trifft er sich mit den Freunden von Ingbert Dawen zum Grillen. Bei dieser Gelegenheit erzählt er dann vom Leben im afrikanischen Busch und den vielen Unterschieden, die er in beiden Ländern beobachtet.
Bei dieser Gelegenheit thematisieren Denis, der gut Englisch spricht, und Dawen auch immer wieder ihr jüngstes Hilfsprojekt für das 1500-Einwohner-Dorf. Sie sammeln Geld. Nicht, um es den Einwohnern zu geben, sondern um Hühner und Ziegen zu kaufen. "Von dem Geld können sich die Menschen dort nichts kaufen, und wenn sie es ausgeben, ist es weg", sagt Dawen. Stattdessen kauft Pater Denis in Uganda mit dem Geld Tiere, die er dann an bedürftige Menschen verteilt. "Die Ziegen bekommen Nachwuchs, geben Milch und lassen sich essen. In Uganda sind sie auch Zahlungsmittel", sagt der Geistliche. Das sei für Familien die nachhaltigere Hilfe.
Unterstützt wird das Projekt auch von dem Serriger Dorfpfarrer Klaus Feid. In einem gemeinsamen Gottesdienst der beiden Geistlichen wurden mehr als 1500 Euro gesammelt. Bislang reicht das Geld zum Kauf von 70 Ziegen. Pater Denis wird mit dem gesammelten Geld die Tiere kaufen und an Hilfsbedürftige verkaufen. Jeweils das erste Zicklein einer Ziege bekommt der Pfarrer zurück, um es an andere Familien weiterzureichen. "Ich möchte mich bei allen Menschen aus tiefstem Herzen bedanken, die das Projekt für Lwala unterstützen", sagt Pater Denis.
Wer spenden möchte, kann den Betrag an Ingbert Dawen mit dem Vermerk Ziegenprojekt überweisen. Die Bankverbindung lautet: Sparkasse Trier, IBAN: DE 33585501300176008902, BIC: TRISDE 55.

Ingbert Dawen stellt am Mittwoch, 14. Oktober, 19 Uhr, sein Buch "Geschichten aus dem Busch - Meine Erlebnisse als
Entwicklungshelfer in Afrika" in der Volkshochschule Saarburg,
Graf-Siegfried-Straße 4, vor. Der Eintritt kostet fünf Euro.Extra

Die Hilfsorganisation Cap Anamur/Deutsche Not-Ärzte hat der Journalist Rupert Neudeck gegründet. Bekannt wurde sie 1979 durch die Rettung Tausender vietnamesischer Bootsflüchtlinge im chinesischen Meer. Die Organisation versorgt Hilfsbedürftige medizinisch, und sie schult Krankenschwestern sowie Ärzte. Außerdem engagiert sich Cap Anamur für die Instandsetzung von Krankenhäusern und Kliniken, so wie etwa in Lwala, einem Dorf 300 Kilometer nördlich der ugandischen Hauptstadt Kampala. Dieses Projekt ist eines von zehn, die von Cap Anamur weltweit betreut werden. Die Hilfsorganisation ist vom Deutschen Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI) zertifiziert und trägt das DZI-Spenden-Siegel. itz