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So läuft der Ausbau erneuerbarer Energien in Konz, Saarburg und Hochwald

Klimaschutz : So läuft der Ausbau erneuerbarer Energien in Konz, Saarburg und im Hochwald

Was bewegt sich in Sachen regenerative Energien rund um Konz, Saarburg, Kell am See und Hermeskeil? Wo geht es voran, wo gibt es Probleme? Ein Überblick.

Die Verbandsgemeinde (VG) Konz und ihre zwölf Gemeinden wollen laut VG-Verwaltung kontinuierlich ihren Anteil am Ausbau von erneuerbaren Energien vergrößern. Die Aufgabe wurde an die VG-Werke übertragen, die selbst Anlagen betreiben. 2012 und 2013 haben die Werke auf öffentlichen Gebäuden und an Kläranlagen zwölf Photovoltaik(PV)-Anlagen installiert, die laut Verwaltung seit ihrer Errichtung etwa 1,2 Millionen Kilogramm CO2 eingespart haben. Auch Unternehmen leisten ihren Beitrag: Im Gewerbepark Konz sind auf 40 000 Quadratmetern Hallenfläche Solarmodule installiert. Laut vorläufigen Daten des Energieatlas Rheinland-Pfalz gab es 2020 in der VG Konz 828 PV-Anlagen, im Jahr davor wurden darüber etwa 11,4 Millionen Kilowattstunden (KWh) ins Stromnetz eingespeist.

Die Verwaltung sieht in dem Sektor noch Ausbaupotenzial. Zurzeit in Arbeit sei ein Konzept zur Prüfung, Ermittlung und Steuerung geeigneter Flächen. Den größten Teil des grünen Stroms in der VG erzeugen aktuell die acht Windräder bei Pellingen. Der Flächennutzungsplan für Windenergie ermöglicht dort weitere Anlagen, ein neuer Windpark könnte bei Wiltingen gebaut werden.

In der VG Saarburg-Kell wird laut einem Artikel auf der VG-Homepage von Ende 2020 etwa 25 Prozent mehr Strom aus erneuerbaren Energien ins Netz eingespeist als verbraucht wird. Den größten Anteil daran hat die Windkraft (44 Prozent), gefolgt von Wasserkraft (39 Prozent), Photovoltaik (11) und Biomasse (6). Laut Energieatlas Rheinland-Pfalz existierten im Vorjahr 17 Windräder, neun Wasserkraftwerke, 1126 PV-Anlagen und fünf Biomasse-Anlagen.

Windparks gibt es aktuell bei Kirf und am Dreikopf. Für weitere fehlt zumindest im Hochwald die Planungsgrundlage. Der Flächennutzungsplan (FNP) ist vor der Fusion beider Verbandsgemeinden nur für die Alt-VG Saarburg fertiggeworden. Den Gesamtplan für Saarburg-Kell hofft die Verwaltung bis Ende 2021 aufzustellen. Doch nicht nur die Kommunalreform hat die Planung verzögert. In Kell hielt der VG-Rat lange an Flächen in einer Naturpark-Kernzone fest, die seit der Landtagswahl 2016 ausnahmslos tabu sind.

Der landesweite Aufwärtstrend bei PV-Freiflächenanlagen zeigt sich auch in der VG Saarburg-Kell. Größere Solarparks gibt es bereits in Kell am See, Saarburg und Fisch. Am Park am Kammerforst sind Stadt und VG beteiligt und können so jedes Jahr Gewinne erzielen. Wegen aktueller Anfragen von Investoren für weitere Solarparks ist wie in der VG Konz ein Steuerungskonzept geplant.

Die VG Hermeskeil ist mit sieben Biogasanlagen in dem Sektor Spitzenreiter im Kreis. Über ein in Hermeskeil angeschlossenes Nahwärmenetz werden Schulen, Schwimmbäder und das Rathaus versorgt. Bei Solarparks gibt es vermehrt Anfragen, konkret in Hermeskeil und Geisfeld. Die wichtigste eneuerbare Energiequelle sind allerdings die 24 Räder in Windparks bei Bescheid/Naurath, Hinzert-Pölert/Reinsfeld und Rascheid, die 2019 laut Energieagentur Rheinland-Pfalz etwa 33,4 Millionen KW/h Strom ins Netz eingespeist haben. Über einen Solidarpakt profitieren von Pachterlösen auch VG-Gemeinden ohne Anlagen. „Wir hoffen auf bis zu 20 weitere Anlagen, die aber noch nicht genehmigt sind“, teilt die Verwaltung mit. Widerstand dagegen kommt von der Interessengemeinschaft „Rettet den Hochwald“, die Landschaftsbild und schützenswerte Tierarten bedroht sieht. Wie sich die erneuerbaren Energien vor Ort weiter entwickeln, hängt laut VG-Büroleiter Werner Haubrich entscheidend auch von staatlichen Förderprogrammen und der Politik der im Herbst zu wählenden Bundesregierung ab.