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So sieht die Könener Ortsumgehung von oben aus - Mit der Drohne über der Baustelle zwischen Könen und Tawern

So sieht die Könener Ortsumgehung von oben aus - Mit der Drohne über der Baustelle zwischen Könen und Tawern

24 Millionen Euro kostet die Ortsumgehung für Konz-Könen. Warum die Straße so teuer ist, ist am besten aus der Luft zu sehen. Deshalb hat der TV einen Drohnenpiloten beauftragt ein Video zu drehen und Bilder zu machen.

Es ist im Kreis Trier-Saarburg ein einzigartiges Großprojekt. Bei Könen etsteht für 24 Millionen Euro eine neue Bundesstraße, über die künftig etwa 15.000 Autos täglich rollen werden. Nach der Insolvenz der Firma Betam im Jahr 2015 musste der größte Projektteil neu ausgeschrieben werden. Mit der Arbeitsgemeinschaft der Firmen Franz Lehnen und Kohl Bau hat der Landesbetrieb Mobilität schnell neue Auftragnehmer gefunden (der TV berichtete). Laut der Behörde wird das Projekt aber nicht vor Ende 2017 fertig (siehe Extra).

Dass auf einer solchen Großbaustelle zunächst mal eine Menge Erde bewegt werden muss, zeigt der Blick aus der Luft. Drohnenflieger Wilfried Hoffmann ist für den Trierischen Volksfreund die Strecke abgeflogen. Dabei sind interessante Luftaufnahmen für ein Video und eine Fotostrecke entstanden.

Voraussetzung für den Drohnenflug ist einerseits gutes Wetter. Andererseits müssen Drohnenpiloten eine Menge Papierkram erledigen, bevor sie losfliegen dürfen. Für den Überflug der Könener Ortsumgehung musste Hoffmann mehrere Behörden kontaktieren. Erste Voraussetzung für die kommerzielle Nutzung einer Drohne ist eine Erlaubnis der Luftsicherheitsbehörde. In Rheinland-Pfalz ist das der LBM - genauer gesagt: die Fachgruppe Luftverkehr mit Sitz auf dem Flughafen Frankfurt-Hahn (siehe Extra). Im zweiten Schritt habe er das Ordnungsamt, die Bauleitung an der B.51.neu und die Polizeiinspektion Saarburg über sein Vorhaben informiert. Schließlich musste er noch dem Aeroclub Trier Bescheid geben, dessen Segelflugplatz nur wenige Meter von der Großbaustelle entfernt liegt.

Erst nach dem ganzen Papierkram ist der Drohnenflieger an die B.51 gefahren. Vor Ort sucht er sich bei solchen Einsätzen eine ebene Fläche, von der er starten kann. Hoffmann erklärt, dass er immer mit einem Partner unterwegs sei, wenn seine Drohne summend abhebt. Einer steuert das Flugobjekt mit einem Tablet-Computer. Die Verbindung läuft über Satellit. "Der zweite Mann fliegt auf Sicht", sagt Hoffmann. Dieser müsse im Blick haben, ob zum Beispiel Hochspannungsleitungen oder Bäume im Weg stehen.

Das Modell von Hoffmann heißt Phantom III. Die Drohne ist erreicht eine Maximalhöhe von 100 Metern. Die Reichweite ist beschränkt. Mit einem voll geladenene Akku bleibt die Propellermaschine 15 bis 20 Minuten in der Luft. Sei die Satellitenverbindung gut, komme die Drohne drei Kilometer weit. Weil die geplante Ortsumgehung für Könen insgesamt 4,3 Kilometer lang ist, muss Hoffmanns Drohne mehrfach abheben, um sie vollständig zu überfliegen. Insgesamt dauert der Drohneneinsatz drei Stunden. Dann sind alle Bilder im Kasten.
Extra: Bisher auf der Großbaustelle

Der Bund finanziert den 24 Millionen Euro teuren Neubau der Ortsumgehung für den Konzer Stadtteil Könen. Die Arbeiten laufen seit 2011. Nachdem zwischenzeitig die Baufirma Betam aus Bochum Insolvenz anmelden musste, hat sich das Projekt verzögert. 2015 ist den ganzen Sommer nicht weitergebaut worden. Erst Ende September vergab der Landesbetrieb Mobilität (LBM) den Auftrag für die Erstellung der Trasse nach eine beschleunigten Ausschreibung neu vergeben (der TV berichtete mehrfach).

Die Straße soll nun Ende 2017 fertig werden - insgesamt zwei Jahre später als ursprünglich geplant. Das schlechte Wetter der vergangenen Wochen hat laut LBM dafür gesorgt, dass der eigentlich vorgesehene Erdbau "nicht im im großen Stil" vorangetrieben worden sei.

Die jüngsten Unwetter haben laut Landesbetrieb Mobilität aber trotzdem nicht zu größeren Problemen geführt. "Zu einer Verzögerung der Gesamtfertigstellung im Jahr 2017 kommt es nicht", sagt ein LBM-Sprecher auf TV-Anfrage.

Die restlichen Erdarbeiten an der rund vier Kilometer langen Trasse, die von der B.51 zwischen Könen und Ayl zur B.419 führen wird, würden ausgeführt, sobald das Wetter es zulasse. Zurzeit arbeiten die Baufirmen laut LBM an den Entwässerungsleitungen für die 4,3 Kilometer lange neue Umgehungsstraße. cmk