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Solarstrom füllt die kommunalen Kassen

Solarstrom füllt die kommunalen Kassen

Saarburg macht Profit mit der Sonne. Theoretisch könnte ein Großteil der Saarburger mit dem Strom der Photovoltaikanlage auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz versorgt werden.

Saarburg/Trier Das Fraunhofer Institut hat Anfang des Jahres berechnet, dass rund 7,4 Prozent des Strombedarfs mittlerweile in der Bundesrepublik Deutschland durch Photovoltaikanlagen abgedeckt werden. Vor zehn Jahren spielte die Sonnenenergie beim Erneuerbaren-Energie-Mix noch keine Rolle. Nach Windenergie und Biogasanlagen nimmt der Solarstrom in diesem Mix mittlerweile den dritten Platz ein.
Rund 5500 Megawattstunden (MWh) hat der Solarpark Saarburg im vergangenen Jahr zum Strombedarf in der Region Saarburg beigetragen. Geht man von einem jährlichen Verbrauch von 3500 Kilowattstunden für einen vierköpfigen Haushalt aus, dann ließen sich damit rund 1600 solcher Haushalte mit insgesamt 6400 Menschen versorgen. Das entspräche immerhin rund 85 Prozent der Saarburger Einwohner (aktuell 7384 Hauptwohnsitze).
Jürgen Dixius, Bürgermeister der Stadt und der Verbandsgemeinde Saarburg, ist mit den bislang erzielten Ergebnissen zufrieden. "Die Anlage läuft besser als prognostiziert. Auch das Jahr 2017 wird sicherlich ein hervorragendes Ergebnis bringen", sagt Dixius.
Errichtet wurde die Photovoltaikfläche im Frühjahr 2014. Die Partner investierten seinerzeit 5,5 Millionen Euro zum Bau der Anlage mit mehr als 22 000 Solarmodulen. Am Solarpark Saarburg ist die Stadt Saarburg über eine Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR) und nochmals mittelbar über ihre Tochter, die Entwicklungsgesellschaft Saarburg, beteiligt. Auch die Verbandsgemeinde Saarburg ist bei dem Solarstromprojekt dabei. Hinzu kommen weitere Gesellschafter (siehe Infobox). Im vergangenen Jahr hat die Anlage etwa 600 MWh weniger als noch 2015 produziert, was laut Unterlagen, die jüngst dem Haupt- und Finanzausschuss der Stadt vorgelegt wurden, auf das schlechtere Wetter 2016 zurückzuführen ist. Für jede produzierte Kilowattstunde Strom, die erzeugt wird, erhält die Gesellschaft 9,19 Cent. Betrug der Gewinn im Jahr 2015 noch rund 57 000 Euro, so sank er im Folgejahr auf etwa 28 000 Euro. Trotzdem wurden 14 000 Euro mehr eingenommen als geplant. Das Eigenkapital der Gesellschaft beträgt derzeit 953 000 Euro.
Und die Aussichten scheinen - nicht nur wegen der aktuellen Wetterlage - gut zu sein. Bereits das erste Quartal dieses Jahres verlief vielversprechend. So konnten bereits 930 000 Kilowattstunden Strom ins Netz eingespeist werden. Das sind im Vergleich zum ersten Quartal 2016 rund 163 000 Kilowattstunden mehr. Für dieses Jahr rechnen die Gesellschafter wieder mit einem Gewinn von 51 000 Euro.
Die Gesellschafterversammlung des Solarparks zahlt in diesem Jahr den Gewinn aus 2016 sowie einen Betrag in Höhe von 70 000 Euro aus der Kapitalrücklage an die Gesellschafter aus. Das entspricht für die Stadt Saarburg und die Entwicklungsgesellschaft Saarburg mbh einem Betrag von je rund 4000 Euro aus dem Gewinn sowie einem Betrag von je 10 500 Euro aus der Kapitalrücklage.

Die Bilanz des Solarkraftwerks war auch im Haupt- und Finanzausschuss des Verbandsgemeinderats besprochen worden. Aufgrund ihrer zehnprozentigen Beteiligung bekommt die Verbandsgemeinde Saarburg etwa 2800 Euro an Gewinn sowie 7000 Euro aus der Kapitalrücklage überwiesen.Extra: BETEILIGUNGEN AN DER SOLARPARK GMBH

 Auf den Schießbahnen des früheren Truppenübungsplatzes in Saarburg wird jährlich Strom für rund 1600 Vier-Personenhaushalte erzeugt. TV-Fotos (2): Alexander Schumitz
Auf den Schießbahnen des früheren Truppenübungsplatzes in Saarburg wird jährlich Strom für rund 1600 Vier-Personenhaushalte erzeugt. TV-Fotos (2): Alexander Schumitz Foto: Alexander Schumitz (itz) ("TV-Upload Schumitz"


Folgende Organisationen beteiligen sich am Solarpark: Energieprojekte Stadt Saarburg, Anstalt des öffentlichen Rechts (15 Prozent); Entwicklungsgesellschaft Saarburg mbH (an dieser Gesellschaft ist die Stadt Saarburg zu 65 Prozent beteiligt, rechnerisch beträgt der städtische Anteil deshalb noch einmal 9,75 Prozent); Verbandsgemeinde Saarburg (10 Prozent); SWT Stadtwerke Trier Versorgungs-GmbH (15 Prozent); die Südeifel Strom eG (15 Prozent); die DT Deutsche Stiftungstreuhand AG für die Sparkasse Trier (15 Prozent); die Regionalwerke Trier-Saarburg (15 Prozent).