Soldaten ruinieren Felder

Sie kamen, übten und richteten großen Flurschaden an. Amerikanische Streitkräfte haben bei ihrem Manöver rund um Hermeskeil mehrere völlig ramponierte Felder hinterlassen. Die einheimischen Landwirte sind sauer, können aber immerhin aufatmen. Das Manöver, das ursprünglich bis zum 16. März gehen sollte, wurde frühzeitig abgebrochen.

"So etwas in dieser Jahreszeit zu veranstalten geht keinem Menschen in den Kopf. Die haben uns alles kaputt gefahren." Was Gerhard Eiden, den Vorsitzenden des Ortsbauernverbands Hermeskeil, und seine Berufskollegen so in Wallung bringt, ist ein Manöver der US-Armee. Rund 300 Soldaten einer Luftabwehreinheit aus Kaiserslautern waren vorige Woche angerückt, um ausgehend von einem mobilen Hauptquartier bei Gusenburg eine militärische Übung an mehreren Standorten rund um Hermeskeil zu machen (der TV berichtete bereits). Mit ihren 90, teils 40 Tonnen schweren, Fahrzeugen waren die Streitkräfte auf die zunächst noch schneebedeckten Felder gefahren. Es folgten Tauwetter und Regen. Und als die Soldaten wieder abrückten, war das Bild der Verwüstung perfekt.

Tiefe Reifenspuren im verschlammten Boden



Ob nahe des Römerhofs am Kaufland-Markt, ob am Hermeskeiler Tivoli oder am Modellflugplatz bei Gusenburg: Mehrere Felder von einheimischen Bauern sind großflächig in Mitleidenschaft gezogen worden und gleichen einer Kraterlandschaft. Mit ihren Reifen haben die Transportfahrzeuge überall tiefe Spuren in den durchgeweichten und jetzt völlig verschlammten Boden gegraben.

Zwar war das Manöver angekündigt und es ist ein gängiges Prozedere, dass das Militär für die angerichteten Schäden aufkommt. Die Landwirte müssen dafür nur einen Antrag stellen, der vom Ordnungsamt der Verbandsgemeinde an die entsprechenden Stellen weitergegeben wird. Eiden, dem selbst ein Weizenfeld kaputt gefahren wurde, betont jedoch: "Man bekommt dann zwar den Ernteschaden für die laufende Saison, etwa den Preis für einen Doppelzentner Weizen, ersetzt. Die Folgeschäden bleiben aber jahrelang und sind wertmäßig viel schwerer zu beziffern".

Umso beunruhigter waren Eiden und seine Kollegen über die Aussicht, dass die Übung ursprünglich noch bis zum 16. März dauern sollte. Es war sogar davon die Rede, dass die US-Soldaten diese Woche ein zweites Mal auf den Feldern rund um Hermeskeil aufmarschieren wollten. Außerdem sollte das Manöver auch verstärkt ins Gebiet Kell/Schillingen verlagert werden, wo die US-Soldaten bisher nur an einem Tag gesichtet wurden und es nach Auskunft der VG-Verwaltung Kell "bisher noch keine Meldungen über Schäden" gegeben hat.

Dazu wird es nun aber nicht kommen. Laut Dietmar Heidrich, US-Militärsprecher in Baumholder, wurde das Manöver im Hochwald frühzeitig abgebrochen. Als Gründe für diese Entscheidung des Kommandeurs nennt Heidrich den "Witterungsverlauf und die deswegen noch zu erwartenden Schäden".

Mit dieser knapp gehaltenen Information sei den Landwirten aber bereits gedient, betont Eiden: "Uns ging es ja nicht darum, die Soldaten anzuklagen. Die machen ja nur ihren Job. Wichtig war uns die Schadensbegrenzung, und das ist ja mit dem Abbruch des Manövers der Fall."

Meinung Ohne Rücksicht auf Verluste
Nun ist Einsicht ja bekanntlich der erste Weg der Besserung. Insofern darf man die Verantwortlichen des US-Militärs dazu beglückwünschen, dass sie ihr Manöver abgebrochen haben und nicht auf noch mehr Feldern verschlammte Erde hinterlassen werden. Was die amerikanischen Streitkräfte in der vorigen Woche im Hermeskeiler Raum angestellt haben, bleibt dennoch absolut unverständlich. Ohne Rücksicht auf Verluste sind sie bei widrigstem Wetter mit schwerstem Gerät über landwirtschaftliche Parzellen hergefallen, die nun für längere Zeit völlig unbrauchbar geworden sind. Nur Kopfschütteln bleibt einem aber übrig, wenn man am Gusenburger Modellflugplatz vorbeifährt. Dort haben die US-Soldaten ein Feld völlig ruiniert, das direkt neben dem früheren Übungsplatz der Hochwaldkaserne liegt. Und gerade dieses Gelände hätte nun doch wirklich reichlich Raum zum Austoben geboten. a.munsteiner@volksfreund.de

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