Sommerkino in der Gießerei: Der Rhythmus des Lebens

Sommerkino in der Gießerei: Der Rhythmus des Lebens

"Natürlich Kultur" heißt das Motto des Kultursommers. Dem trägt auch das Kino Rechnung. In der Gießerei gibt es französische Filme, die sich den Themen Natur und Mensch widmen.

Saarburg. Das Kino - vor allem das französische Kino - hatte seit seinen Anfängen einen Hang zur Natur. Schon in einer der ersten journalistischen Äußerungen zum Cinématographe Lumière heißt es 1896, um das Kino zu umschreiben: "Das Leben auf frischer Tat ertappt." Und auch die filmische Naturabbildung wird sofort herausgestellt - die Bemerkung, dass das frühe Publikum vom "Zittern der Blätter im Winde" auf der Leinwand fasziniert war, findet sich in fast jeder Publikation zur Filmgeschichte.
Zu einer dramaturgischen Größe in Spielfilmen wurde dieses Phänomen in Erzählungen französischer Regisseure der 1930er Jahre. Jean Renoir prägte den Begriff vom poetischen Realismus für seine Filme und die Werke anderer Filmemacher jener Zeit. Weiterführungen dieser Ideen des poetischen Realismus sind immer wieder im französischen Film zu finden, etwa in François Truffauts Werk, der 1970 in einem seiner Filme die Frage nach der Grenze zwischen den "animalischen" und "zivilisierten" Seiten des Menschen stellt.
Peter Ellenbruch, Filmwissenschaftler an der Uni Duisburg-Essen, hat diese Reihe zusammengestellt und wird zum ersten und zum letzten Termin jeweils einen kleinen Einblick in diesen Teil der Filmgeschichte geben.
Das Programm:
Freitag, 26. August: "Taris" (1931, Regie: Jean Vigo); "Partie de Campagne" ("Eine Landpartie", 1936, Regie: Jean Renoir)
Mittwoch, 31. August: "Le Monde du Silence" ("Die schweigende Welt", 1956, Regie: Jacques-Yves Cousteau/Louis Malle)
Mittwoch, 7. September: "L\'enfant sauvage" ("Der Wolfsjunge", 1970, Regie: François Truffaut)
Freitag, 9. September: "Océans" ("Unsere Ozeane", 2009, Regie: Jacques Perrin/Jacques Cluzaud).
Alle Vorstellungen finden im Amüseum statt und beginnen um 19.30 Uhr. Der Eintritt kostet jeweils 6 Euro; die Kombikarte für alle vier Filme kostet 18 Euro. red
Weitere Infos im Amüseum, Telefon 06581/994642.

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