1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

Sommerschule im Kreis Trier-Saarburg

Sommerschule im Kreis Trier-Saarbug : Die etwas andere Schule, die sogar Spaß macht

Der Kreis Trier-Saarburg ist mit 26 Standorten Spitzenreiter beim landesweiten Projekt Sommerschule.

Ein bisschen verdrehte Welt ist in diesem Jahr der Normalfall: Ein Angebot, freiwillig in den Sommerferien in die Schule zu gehen, findet tatsächlich regen Anklang. Nun ja, manchmal ist das mit der Freiwilligkeit nicht so ganz lupenrein. „Bei mir waren es schon die Eltern, ich hatt‘ eigentlich keinen Bock. Aber jetzt fand ich es doch richtig gut“, gesteht Anton.

Zusammen mit sieben weiteren Kindern sitzt Anton an diesem Morgen von 9 bis 12 Uhr in einer der Sommerschule-Gruppen in den Räumen der Realschule plus Saarburg. Die erste Projektwoche ist gerade vorbei und im Landkreis Trier-Saarburg fällt die Zwischenbilanz, für die vom Land erdachte Sommerschule positiv aus. Mit 26 Schulorten in Grundschulen und weiterführenden Schulen bietet der Kreis das landesweit dichteste Standortnetz bei diesem Projekt an. „Die Zusammenarbeit mit den Verbandsgemeinden lief sehr gut, alle sind mit dabei“, lobt der Kreisbeigeordnete Helmut Reis.

Lediglich in der Anmeldephase gab es einige Missverständnisse. Viele der mehr als 700 Eltern, die sich auf eine Bedarfsanfrage im Kreis meldeten, hatten diese mit der eigentlichen Anmeldung gleichgesetzt. So kam es, dass über das Onlineportal nur 350 tatsächliche Anmeldungen eingingen, später aber etliche Eltern noch einen freien Platz nachfragten. Diese Fälle habe man aber unbürokratisch lösen können und die Kinder nachträglich mit aufgenommen, versichert die Kreisverwaltung.

Also kommen in dieser Woche und teilweise auch noch in der nächsten die angemeldeten Schülerinnen und Schüler täglich für drei Stunden in die Schule. In der Realschule plus Saarburg sind das 32 Kinder und Jugendliche, wobei nicht alle durchgehend mit dabei sind. Vieles läuft in der Sommerschule anders als im gewohnten Unterricht. Die kleinen Gruppen fallen als Erstes auf: zwischen sechs und neun Kindern. Dafür gibt’s aber zwei Lehrer gleichzeitig. Im Fall der Gruppe mit Anton sind das die beiden Lehramtsstudierenden Fabian Kees und Janna Biering. Die doppelte Besetzung passt hier besonders gut, da neben sechs Schülern aus den Klassenstufen sieben und acht noch zwei jüngere Grundschüler aus den Stufen eins und zwei mit dabei sind. So kann immer eine Lehrkraft vorne mit der Gruppe arbeiten und die zweite die beiden Jüngeren individuell betreuen.

Als Stoff stehen Mathematik und Deutsch auf dem Programm. „In Deutsch haben wir uns mit Olympia und den verschiedenen Sportarten beschäftigt“, erzählt Schülerin Marlena. Mit Themen wie diesen verknüpfte Janna Biering Übungen zu Grammatik, Zeichensetzung und eine Inhaltsangabe. Bei Fabian Kees ging es in Mathe unter andrem um rationale Zahlen. Zum Einsatz kamen dabei auch Bücher, mit denen die Schüler bereits im regulären Unterricht gearbeitet haben. „Zum ersten Mal habe ich verstanden, wie das mit Mathe geht“, spricht Marlena nach der ersten Woche ein großes Lob aus. Sie habe sich übrigens selbst entschieden, bei der Sommerschule mitzumachen, obwohl sie zunächst den Gedanken an Schule in den Sommerferien gar nicht so toll fand.

Möglicherweise liegt es an der Atmosphäre in der Sommerschule. „Hier ist es lockerer, es gibt bewusst keinen Leistungsdruck“, erläutert Michael Kügelgen. Der Lehrer von der Saarburger Grundschule St. Laurentius hat am hiesigen Standort die pädagogische Projektleitung inne. Die Lerninhalte werden gezielt auf die Bedürfnisse der Schüler abgestimmt. Dazu dienen unter anderem tägliche Feedbackrunden mit den Lehramtsstudenten. Für sie ist auch eine gute Gelegenheit, Praxiserfahrung zu sammeln. Die Sommerschule wird auch als Lehr-Praktikum im Studium angerechnet.