Sonnenenergie vom Feuerwehrdach

Irsch/Taben-Rodt/Schoden · Was der Häuslebauer kann, kann die Verwaltung auch: Mit Photovoltaikzellen auf dem Dach Geld verdienen und zugleich etwas für den Ausbau erneuerbarer Energien tun. Auf drei Feuerwehrhäusern sollen im Herbst die Zellen gebaut werden.

Auf dem Dach der Grundschule Freudenburg produziert bereits seit Ende 2008 eine Photovoltaikanlage Solarstrom. Die Verbandsgemeinde sucht nun nach weiteren geeigneten Standorten. Foto: Archiv/Verbandsgemeinde Saarburg

Irsch/Taben-Rodt/Schoden. Der Atomausstieg ist beschlossen. Neue Energiequellen müssen her, um den Energiebedarf langfristig zu decken. Das dürfte inzwischen jedem bekannt sein. Auch die Verbandsgemeinde (VG) Saarburg stockt in Sachen regenerative Energien auf: Auf Dächern von drei Feuerwehrhäusern sollen Photovoltaikzellen gebaut werden.
"Wir haben ein Büro aus Kaiserslautern beauftragt, Potenzial und Wirtschaftlichkeit zu prüfen", sagt VG-Bürgermeister Leo Lauer. Die Prüfung hat ergeben, dass auf den Dächern der Feuerwehrgerätehäuser in Palzem, Irsch, Taben-Rodt und Schoden - alle sind im Besitz der VG - entsprechende Flächen vorhanden sind, auf denen Photovoltaikanlagen gebaut werden können. Allerdings wurde bei einem Ortstermin in der vergangenen Woche festgestellt, dass das Palzemer Dach aufgrund seiner Beschaffenheit doch nicht geeignet ist.
Auf den Dächern der Grundschulen Freudenburg und Wincheringen gibt es bereits entsprechende Anlagen, die im Auftrag der VG installiert wurden. "Nun haben wir eben weitergeschaut", sagt Lauer. "Es gibt ökologische Gründe, warum solche Anlagen gebraucht werden", erklärt er. Es ist aber nicht allein das ökologische Gewissen, das die Verwaltung zu dem Schritt bewegt. Denn, daraus macht Lauer keinen Hehl, es ist auch eine langfristige Einnahmequelle für die VG. Denn die Investition von rund 100 000 Euro soll sich schon sehr bald auszahlen - dank des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), das den Ausbau der regenerativen Energien fördert und festlegt, wie viel Geld die Stromerzeuger für den Strom bekommen. Diese Einspeisevergütungen wurden zwar gekürzt, aber sind immer noch lukrativ, weil sie eine Laufzeit von 20 Jahren haben.
Bereits jetzt werfen die Anlagen in Freudenburg und Wincheringen schon leichte Gewinne ab. Und auch bei den drei Photovoltaikanlagen auf den Feuerwehrgerätehäusern rechnet die VG mit Nettoerträgen im Laufe der kommenden 20 Jahre. "Es sind Investitionen, die sich von Anfang an lohnen", ist Lauer überzeugt.
Die größte Fläche wird auf dem Dach des Schodener Feuerwehrhauses installiert: 129 Quadratmeter passen dort drauf, in Taben-Rodt sind es 107 und in Irsch 82 Quadratmeter.
Laut VG-Verwaltung wird die Jahresenergieproduktion der drei Anlagen auf rund 36 500 Kilowattstunden geschätzt. Sämtliche Energie gibt die VG ins Stromnetz ab. Zum Vergleich: Mit einer Kilowattstunde Strom sind sieben Stunden Fernsehgenuss oder 25 Minuten Staubsaugen möglich.
Der Bauausschuss des VG-Rats hat die Investition bereits beschlossen. In den kommenden Wochen sollen die Ausschreibungen laufen. Voraussichtlich im Herbst dann werden die Dächer mit den Solarzellen bestückt.
Damit ist das Vorhaben noch nicht abgeschlossen: In nächster Zeit wird die VG mit den Ortsgemeinden gemeinsam nach weiteren potenziellen Flächen für noch mehr Anlagen suchen.