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Soziale Stadt Konz Karthaus: Was Quartiersmanager Dominik Schnith leistet

Soziale Stadt : Der Netzwerker für die gute Sache in Karthaus - Was leistet eigentlich Quartiersmanager Dominik Schnith in Konz-Karthaus?

Dominik Schnith ist Visionär, Macher und Versteher in einer Person. Als Quartiersmanager hat er das Programm Soziale Stadt Karthaus maßgeblich mitgeprägt. Ende 2022 läuft es aus. Ein Blick auf sein Wirken.

Dominik Schnith (41) wirkt überhaupt nicht wie ein typischer Manager: immer im Stress und nur seine Karriere im Blick. Der Familienvater (drei Kinder) vermittelt Ausgeglichenheit und Ruhe, ist leger gekleidet, hat in Trier Diplom-Pädagogik studiert, seinen Zivildienst bei der Caritas in Trier abgeleistet und wohnt seit 2010 in Temmels. Also dort, von wo aus ein Großteil der „anderen Manager“ morgens nach Luxemburg pendelt. Doch Schnith fährt in die entgegengesetzte Richtung. Seine Arbeitsstelle liegt in der Karthäuser Str. 64 im Konzer Stadtteil Karthaus. Hier, an der langstreckten Straße. ist erkennbar, wie die Eisenbahn die Entwicklung und das Wachstum der Stadt beeinflusst hat. Parallel mit dem Rückgang der Bedeutung der Bahn für Konz hat sich auch Karthaus zu einem Stadtteil mit zahlreichen Problemen wie niedrige Einkommen, mangelhafte Infrastruktur und Abschottung der verschiedenen Bevölkerungsgruppen voneinander entwickelt.

Um diesen Problemen wirksam entgegenzutreten, wurde 2010 Konz-Karthaus in das Projekt „Soziale Stadt“ aufgenommen. Seitdem hat sich schwerpunktmäßig im Bereich des Klosters Karthaus und dem Umfeld der evangelischen Kirchengemeinde viel getan. Manche Baummaßnahmen wie die Neuanlage eines Platzes vor der evangelischen Kirche oder die Umgestaltung einer brachliegenden Fläche zu einem Park am DRK-Seniorenzentrum und der Grundschule St. Johann stehen kurz vor dem Abschluss.

Aber auch die Verkehrsberuhigung in der Karthäuser und Brunostraße gehört zu den städtebaulichen Maßnahmen, die zum Ziel haben, für „mehr Generationengerechtigkeit und Familienfreundlichkeit zu sorgen“, wie Dominik Schnith es ausdrückt.

Seine Arbeit besteht ganz wesentlich darin, die verschiedenen Gruppen im Quartier zusammenzubringen und zu gemeinsamen Projekten zu führen. „Ich würde mich riesig freuen, wenn es uns gelingt, nach der coronabedingten Aussetzung im nächsten Jahr wieder ein schönes Stadtteilfest zu feiern“, nennt Schnith ein Beispiel, bei dem die Feuerwehr, Vereine, Kirchen, Bürger und soziale Einrichtungen zum Wohle aller zusammenarbeiten.

Schnith, der seine berufliche Laufbahn in der Jugendarbeit des Jugendnetzwerks Konz begann, hat frühzeitig erkannt, dass der Zusammenhalt im Stadtviertel stark davon abhängig ist, dass man sich untereinander schätzt, mit Respekt begegnet und andere Meinungen und kulturellen Einflüsse akzeptiert. Da verwundert es nicht, dass der Quartiermanager auch bei Projekten wie „Demokratie leben“ führend dabei ist. „‘Demokratie leben‘ ist das finanzstärkste und weitreichendste Programm der Bundesrepublik zur Demokratieförderung und Extremismusprävention“, erklärt Schnith.

Der Diplom-Pädagoge sieht allerdings bei vielen Projekten dieser Art, dass sie relativ kurzfristig aufgelegt werden als Reaktion auf besondere Ereignisse. „Mir geht es aber um die Verstetigung solcher Maßnahmen“, nennt Schnith eine wichtige Motivationsquelle für sein Engagement. „Wir dürfen nicht nur in Legislaturperioden denken. Ein Programm wie die „Soziale Stadt“ ist nicht in einem Vier-Jahres-Rhythmus zwischen zwei Wahlen durchführbar.“

Zwischen den Wünschen den Bürger, den Zwängen in der Konzer Verwaltung und den Vorstellungen der Lokalpolitiker zu vermitteln, ist eine der wichtigsten Tätigkeiten von Dominik Schnith. Um sich nicht erfolglos aufzureiben, braucht man ein stabiles und gut funktionierendes Netzwerk. „Auf die Leute zugehen, kommunizieren – das hilft bei meiner Arbeit ungemein“, sagt Schnith. Jetzt hofft er, dass die Strukturen, die er in den letzten zehn Jahren entwickelt und aufgebaut hat, ein gutes nachbarschaftliches Miteinander ermöglichen. Schnith zum Abschluss des Gesprächs: „Baulich wurden Voraussetzungen geschaffen. Die Möglichkeiten zu nutzen und mit Leben zu füllen, das müssen die Leute dann selbst machen.“