Spachteln statt löschen

FREUDENBURG. Nach dem Motto "Selbst ist der Mann" packen in Freudenburg derzeit einige Männer in ihrer Freizeit ordentlich mit an: Freiwillige der örtlichen Feuerwehr ziehen gemeinsam mit Wehrführer Bernhard Hein im Gewerbegebiet ein Feuerwehrgerätehaus hoch. Morgen bekommt das Gebäude ein Dach "über den Kopf".

Was lange währt... wird nun wohl auch in Freudenburg endlich gut. Seit 1995 macht sich die Freiwillige Feuerwehr Freudenburg bereits für ein neues Gerätehaus in ihrer Gemeinde stark. "Der bisherige Standort im unteren Bereich des Bürgerhauses entspricht schon lange nicht mehr den Ansprüchen", erläutert Wehrführer Bernhard Hein im Gespräch mit dem TV. Seit Mitte der 70er-Jahre sind Fahrzeuge, Ausrüstung und Ausstattung der Rettungsleute in den umgebauten Räumen des ehemaligen Schulgebäudes an der Leukstraße untergebracht. Ein Löschgruppenfahrzeug, ein Messfahrzeug sowie ein Mehrzweckfahrzeug gehören zum Bestand der Freudenburger Einrichtung, die Schwerpunktwehr ist. Der Rohbau ist fertig

Zu knapp sei der Platz über die Jahre geworden. Zudem habe das Ein- und Ausfahren wegen einer extrem engen Toranlage stets Schwierigkeiten bereitet. Dass sich das Raumangebot deutlich verbessert, ist bereits jetzt erkennbar. Den Rohbau haben der gelernte Maurer Hein und seine sechs bis acht freiwilligen Helfer seit der Ausschachtung im April in den zurückliegenden Wochen fertig gestellt. So stehen bereits eine 165 Quadratmeter große Halle für die Fahrzeuge sowie ein 110 Quadratmeter großer weiterer Gebäudekomplex. Dort werden ein Büro und ein Schulungsraum eingerichtet sowie die Funkzentrale. "Neben der Gemeinde Wincheringen stellen wir den einzigen Messtrupp für einen Störfall im Atomkraftwerk Cattenom", erklärt Bernhard Hein. "Das bedeutet, wenn in Cattenom etwas passiert, ist hier der Sammelplatz für die Messtrupps. Hier würden die Mitarbeiter auch verpflegt und dekontaminiert." Bislang sei diese Funkzentrale "provisorisch" eingerichtet gewesen. Die Jugendfeuerwehr mit ihren derzeit 15 Aktiven im Alter zwischen zehn und 16 Jahren bekommt künftig auch mehr Platz: "Unter dem Dach werden wir einen Teilbereich als Lagerraum herrichten. Den übrigen Bereich kann die Jugend als Aufenthaltsraum nutzen. Wir wollen ein Kickergerät aufstellen und eine Dartscheibe anbringen", sagt Hein. Rund 1400 Stunden haben Bernhard Hein, Dominik Fisseni, Sebastian Folz, Jürgen Fischer, Rainer Gries und Hans-Josef Kettenhofen bislang auf der Baustelle im Gewerbegebiet Appognystraße verbracht. "Fast jeden Abend und an allen Samstagen tagsüber sind zwischen sechs und acht Leute hier", sagt Hein, der die Planung und die Ausschreibung für das Gebäude gemacht hat. "Bis jetzt hatten wir noch keine Probleme, Helfer zu finden."Das Dach kommt morgen drauf

Sehr hilfsbereit seien darüber hinaus die ortsansässigen Firmen, die Geräte zur Verfügung stellten. Den Großteil der Arbeiten - wie das Erstellen des Rohbaus, die Elektro-Installation, das Bauen des Sanitärbereichs, den Außenverputz, den Anstrich, die Feinarbeiten und die Außenanlagen - erledigt die Feuerwehr selbst. Ausgeschrieben worden sind beispielsweise die Estricharbeiten, das Setzen der Fenster und Türen, Fliesen-, Zimmerer-, Klempner- und Dachdeckerarbeiten. Apropos Dach: "Das Dach kommt morgen oder am Samstag drauf", informiert der Wehrführer. Das Richtfest feiern die fleißigen Handwerker allerdings erst am 2. September. Bis März/April 2007 soll das Gerätehaus fertig gestellt sein. Bis dahin werden die Feuerwehrleute noch viel Zeit auf der Baustelle verbringen: Die Eigenleistungen fließen mit 76 700 Euro in die Gesamtkalkulation ein. 170 800 Euro übernimmt die Verbandsgemeinde, das Land steigt mit 123 700 Euro zu.