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SPD im Stadtrat Hermeskeil holt auf und zieht gleich mit CDU

Kommunalwahl : SPD im Stadtrat Hermeskeil holt auf und zieht gleich mit CDU

Die Christdemokraten verlieren ihren Status als stärkste Fraktion im Hermeskeiler Stadtrat. Die SPD gewinnt zwei Mandate hinzu und kommt wie die CDU auf acht Sitze und 36,5 Prozent der Stimmen. Die FWG wird drittgrößte Kraft, gefolgt von BfB und der Linken.

Die SPD setzt ihren Siegeszug nach der überraschenden Wahl von Lena Weber zur Stadtbürgermeisterin auch im Hermeskeiler Stadtrat fort. Laut dem vorläufigen Endergebnis erreichen die Sozialdemokraten 36,5 Prozent der Stimmen – ebenso wie die CDU, die dadurch jedoch ihren Status als bislang stärkste Kraft im Rat verliert. Beide kommen auf acht Sitze, die SPD verbucht insgesamt vier Einzelstimmen mehr und gewinnt im Vergleich zur Kommunalwahl 2014 zwei Mandate hinzu. Die CDU muss einen Sitz abgeben.

Drittstärkste Kraft wird die FWG. Sie landet bei 11,8 Prozent der Stimmen. Damit legt sie nur leicht zu (vorher 11,4 Prozent), erkämpft aber drei statt bislang zwei Mandate. Die Bürger für Bürger (BfB) dagegen verlieren Stimmen (von 15,7 auf 11,4 Prozent) und somit einen Sitz. Die Linke erreicht 3,7 Prozent (vorher 3,8 Prozent) und erneut ein Mandat. Die Wahlbeteiligung liegt bei insgesamt 59 Prozent.

Somit gibt es wie zuletzt keine klaren Mehrheiten im 22-köpfigen Stadtgremium. Allerdings deutet sich an, dass die SPD weiter die Zusammenarbeit mit FWG, BfB und den Linken suchen wird. „Mit acht Sitzen wird es natürlich einfacher, Mehrheiten zu finden und sachbezogene Politik zu betreiben“, sagt René Treitz, bisheriger SPD-Fraktionschef am Montag. Das Abschneiden der Sozialdemokraten findet er überragend. „Wir haben seit 2009, wo wir fünf Sitze hatten, eine enorme Steigerung hingelegt. Das zeugt davon, dass die Hermeskeiler wirklich eine Veränderung wollen.“ Die Riege der „altgedienten Hasen“ in der SPD-Fraktion werden laut Treitz voraussichtlich zwei neue, junge Bewerber verstärken: „Mit der Mischung bin ich sehr zufrieden.“

Katerstimmung herrscht am Montag bei der CDU. Bernhard Kronenberger, Vorsitzender des CDU-Stadtverbands, sagt: „Es hat uns tief getroffen, dass wir unseren Stadtbürgermeister-Kandidaten Willi Auler nicht durchbekommen haben.“ Mit dem Verlust von ein, zwei Mandaten sei zu rechnen gewesen, sagt Kronenberger. Da keine Partei die absolute Mehrheit habe, müsse sich heraustellen, wie künftig Mehrheiten zustande kämen. „Wichtig ist, dass die Emotion weicht und wieder Gelassenheit herrscht.“

 Vorläufiges Endergebnis zum Stadtrat Hermeskeil
Vorläufiges Endergebnis zum Stadtrat Hermeskeil Foto: TV/Scheidweiler, Jonas

FWG, Bfb und Linke deuten an, sich eine weitere Zusammenarbeit mit der SPD vorstellen zu können. „Wir werden das besprechen und freuen uns erst mal, drittstärkste Kraft zu sein“, sagt FWG-Fraktionschef Berthold Grenz. Klaus-Peter Breuer (Die Linke) ist etwas enttäuscht: „Wir hätten gern zwei Sitze gehabt, um Zugang zu den Ausschüssen zu haben.“ Hans-Joachim Trösch (BfB) sagt: „Wir sind mit unserem Ergebnis zufrieden.“ Der Zugewinn der SPD sei erstaunlich, spiegele aber die Unterstützung für Lena Weber. „Für eine gute Bürgermeisterarbeit haben die Bürger eine gute Konstellation gewählt.“