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Sperrung der Wellener Brücke: Einbahnstraße an der Obermosel

Oberbillig. Die Gemeinden an der Obermosel rüsten sich für die Sperrung der Grenzbrücke zwischen Wellen und Grevenmacher. Der Oberbilliger Gemeinderat hat nun ein Einbahnstraßenkonzept vorgelegt, das vom 22. Mai bis Mitte Oktober greifen soll.

Oberbillig. 15 000 Autofahrer überqueren derzeit täglich die Mosel über die Brücke zwischen Wellen und Grevenmacher. Ab dem 22. Mai bleibt dieser Weg versperrt. Die Brücke wird abgerissen, eine neue gebaut. Die Berufspendler müssen trotzdem über die Mosel kommen. Und die Gemeinde Oberbillig geht davon aus, dass viele von ihnen die Fähre benutzen, um nach Wasserbillig zu kommen. Deswegen hat der Gemeinderat für ein Einbahnstraßenkonzept gestimmt. So will der Rat Verkehrschaos während der Brückensperrung vermeiden.
Vor allem zwischen der B 419 und der Fähranlegestelle erwartet die Gemeinde zusätzlichen Verkehr. "Wir versuchen es so zu regeln, dass wir möglichst wenig Begegnungsverkehr haben", sagt Ortschef Andreas Beiling. Die Fährstraße - die direkte Verbindung zwischen Moselufer und B 419 - wird ab der Abzweigung zur Brückenstraße zur Einbahnstraße gemacht. Die Moselstraße, in der die Zufahrt zur Fähre ist, bleibt in beide Richtungen befahrbar. Der Verkehr von der Mosel aus in Richtung B 419 soll über die Brückenstraße und die Leimbach- sowie die Schmiedestraße laufen (siehe Grafik).
Die Gemeinde rechnet zudem damit, dass viele Pendler ihre Autos in Oberbillig parken, um zu Fuß auf die Fähre und danach zum Bahnhof in Wasserbillig zu gehen, wo sie in den Zug einsteigen. Trotzdem schafft der Landesbetrieb Mobilität laut Beiling keine zusätzlichen Parkplätze in dem Obermoselort. "Die Gemeinde wird die Parksituation während der Brückensperrung großzügig dulden", erklärt der Ortschef. Wenn es aber so drastisch werde, dass Anlieger behindert würden, werde er das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde Konz einschalten. Dann drohten Verwarnungen und Knöllchen, sagt Beiling.
Während der Sperrung soll die Fähre zwischen Oberbillig und Wasserbillig häufiger verkehren. Die Gemeinde würde die Fährzeiten wochentags zudem gerne von 6 bis 20 Uhr ausweiten. Bisher beginnt der Fährbetrieb um 7 Uhr. Die Gemeinde sucht aber seit mehreren Monaten erfolglos nach einem dritten Fährmann. Jetzt überlegt Beiling, während der Brückensperrung Aushilfskräfte einzustellen. Die Hilfskräfte könnten den beiden Fährmännern zumindest das Kassieren abnehmen, so dass diese sich nur noch um das Steuern des Boots kümmern müssten. Die Frequenz der Fähre würde erhöht.
Über die Ausweitung der Zeiten ist noch keine Entscheidung gefallen. Eine Möglichkeit wäre, dass die Fähre morgens früher anfängt und abends früher aufhört. Der Fährbetrieb liefe dann von 6 bis 19 Uhr - sollte die Gemeinde keinen Fährmann finden. Zurzeit ist das 47 Jahre alte Boot in einer Werft in Trier. Bis nächste Woche fährt es gar nicht. Die Sankta Maria habe Schäden am Rumpf und an einem der beiden Antriebe, sagt Beiling. "Nach der Inspektion kommen wir ohne Probleme über den Sommer bis in den Oktober hinein", verspricht er.
Konsequenzen hat die neue Verkehrsregelung auch für den Schulbusverkehr. Die beiden Haltestellen im Unterdorf fallen weg - eine Ersatzhaltestelle wird an einen Parkplatz an der B 419 verlegt. Von dort aus fahre der Bus ins Oberdorf und dann in Richtung Wasserliesch. cmk