Spezielle Schleusung

Wie Wasser-Regulierung und Schleusung funktionieren, haben Interessierte jetzt in Grevenmacher erfahren. Rund 50 Menschen waren zur 1964 in Betrieb genommenen Staustufe gekommen, um sie einmal aus einer anderen Perspektive zu erleben.

Grevenmacher. (ms) Der Führungsturm war die erste Station der Besichtigung der Grevenmachener Staustufe. Von dort aus hatten die Teilnehmer nicht nur einen guten Blick über die Staustufe, Schleusenbetriebswärter Jérôme Kummer erklärte auch, wie die große Kammer funktioniert, die Schiffe bis zu 172 Meter Länge schleusen kann. Zum Programm gehörte auch eine "Talfahrt": Das Obertor wurde geschlossen, so dass kein Wasser mehr in die Kammer floss. Daraufhin öffnete sich das Untertor, und das Wasser aus der Kammer strömte in hohen Wellen in den tieferen Moselabschnitt. Besonders die Kinder fanden das interessant. Sie liefen im Führungshaus von einer Seite zur anderen, um nichts zu verpassen. Kummer erklärte den Vorgang genau und gab zusätzliche Informationen zu Preisen, Technik und Wartung. Die Besucher waren von manchen Auskünften verblüfft. "Die machen Reparaturen unter Wasser. Das ist beeindruckend. Das habe ich noch nie gehört", sagte der Luxemburger Etienne Kleyr.

Nachdem die Teilnehmer die Staustufe von oben gesehen hatten, ging es in den Keller der Anlage. Durch lange graue Steinflure führte Georges Steimenz seine Gruppe ins Innere eines trockengelegten Wehrsegments. Aus Stein und rostfreiem Stahl bestehend, dient das Segment dazu, den Wasserstand zu regulieren. "Normalerweise ist hier alles voll Wasser", erklärte Steimenz. Beim Anblick der dicken Mauern fiel es den Teilnehmern schwer, zu glauben, dass die Konstruktion in Betrieb auf dem Wasser schwimmt.

Nachdem das Segment von Innen begutachtet wurde, konnten Mutige es sich von oben ansehen. Das war allerdings nichts für Besucher mit Höhenangst: Drei steile Leitern mussten nacheinander erklommen werden, um ins Freie zu gelangen.

Auf die unterirdische Technik folgte der Höhepunkt der Führung, die Schleusung eines Schiffs. Dazu tummelten sich die Besucher auf der Mole. Direkt am Kammerrand erlebten sie mit, wie das Frachtschiff auf den höheren Pegel der Mosel angehoben wurde. "Das geht so schnell", sagte der siebenjährige Jan Freiberg beeindruckt.

Zum Abschluss ging es in den renovierten Bug des Frachtschiffs Keistad, der heute als Informations-Plattform dient. Bei kühlem Sekt tauschten sich die Besucher über die neu gewonnenen Erkenntnisse aus.