Spiegel mit Zehen dran

SCHILLINGEN. (kat) Einen Tag lang stand auf dem Gelände an der Schillinger Spießbratenhalle ein im Alltag meist zu wenig beachteter Körperteil im Mittelpunkt: der Fuß.

Schuhe aus und auf geht's über den Barfußpfad durch den Schillinger Wald: Der Mulch wärmt, das Gehen über Holzstege härtet die Fußsohle etwas ab, die Kieselsteine wirken wie eine Fußreflexzonen-Massage. Nach dem Waten durch den Schlamm erinnert das Laufen über den Baumstamm an Kindheitstage. Nach 1,5 Kilometern im Buchenwald krönt die Fußwaschanlage den wohltuenden Spaziergang ohne Schuhwerk ab. "Ich fühle mich wie neu geboren", sagt eine Besucherin.Eine Erklärung für den Wohlfühleffekt hat die Fußreflexzonen-Therapeutin Nadine Lavall, während sie die Füße von Barbara Bostert aus Zerf in ihrem Pavillion durchknetet. "An den Füßen spiegelt sich der ganze menschliche Körper wider", erklärt die Therapeutin. Das Gehen auf dem Barfußpfad aktiviere und lockere die Reflexzonen. "Viele Krankheiten können mithilfe der Reflexzonen-Massage behandelt werden", sagt Lavall. Bereitet der Druck auf einen bestimmten Punkt Schmerzen, können Rückschlüsse auf den Zustand von Organen oder Knochen geschlossen werden und Krankheiten über die Füße behandelt werden.

Sieben "Fußexperten" informierten auf dem Gelände an der Schillinger Spießbratenhalle rund um das Thema Fuß. An dem Stand von Orthopädie- und Schuhtechnikmeister Günther Hassler ließen sich zahlreiche Besucher den Fuß scannen. "Dabei können Fehlstellungen und Überlastungen erkannt werden", sagt Hassler. Dr. Juri Borodjanski, Allgemeinmediziner, klärt Interessierte über den so genannten diabetischen Fuß auf, eine Schädigung der Füße als Folge des Diabetes.

Das "Kell-Med.-Team" um Gerd Thielen offeriert Fußpflegeprodukte bis hin zu Kompressionstrümpfen. Toni Mes aus Holland lässt sich am Stand des "Salon Bohr" von Christel Häule die Füße "wieder schön machen". Die Organisation des "Tag des Fußes" lag in den Händen von Christoph Marx, Betreiber der idyllisch gelegenen Spießbratenhalle, von Walburga Meyer, Geschäftsführerin von Hochwald Ferienland und von Michael Marx, Förster im Forstrevier Schillingen.

"Der Aktionstag fand zum zweiten Mal statt und zeigte beispielhaft, wie Gastronomie, Tourismus, Wirtschaft und Forstamt zusammenarbeiten können", sagt Michael Marx. Er ist der Ideengeber des vor fünf Jahren errichteten Barfußpfades. "Der Trimm-Dich-Pfad löste sich so langsam in Wohlgefallen auf und war nicht mehr zeitgemäß", sagt Marx. Auch er lässt sich die Füße hin und wieder von Steinen, Hölzern und Schlamm verwöhnen, um sich hinterher wie neu geboren zu fühlen.