Spielen nach Plan

REINSFELD. Die Ermittlungen der Staatsanwalt haben der jüngsten Sitzung des Reinsfelder Gemeinderates ihren Stempel aufgedrückt. Doch das Engagement der Kinder, die sich Ideen zur Spielleitplanung gemacht haben, hat darunter nicht leiden müssen.

Der Reinsfelder Nachwuchs genießt Vorfahrt. Wenn es um das Wohl der Kinder geht, lässt sich der Gemeinderat selbst vom aktuellen Tagesgeschehen nicht ohne weiteres seine Tagesordnung umwerfen. Wie vorgesehen, stand daher in der jüngsten Sitzung erst einmal die Prämierung der Modelle einer Spielleitplanung an. Monatelang waren die Kinder dafür im Dorf unterwegs, um geeignete Flächen auszuspähen und sich Gedanken über sinnvolle Angebote zu machen. Ihre Vorschläge reichen von Seilbahn, Kletterwand, Trampolin und Volleyballfeld bis zu Matschspielplatz, Barfußpfad, Wasserfontänen und Minigolfplatz. Mit einem ersten Starterprojekt will sich die Gemeinde laut Ortsbürgermeister Rainer Spies ab dem nächsten Jahr an die Umsetzung machen. Als bestes Modell hat der Rat das von Sophie, Meike, Franzi und Selina ausgeschaut. Auf Platz zwei ist das von Jasmin, Jil, Nadine, Sabrina und Maike gelandet, die wie die Sieger von der Gemeinde kleine Preise erhalten. Mit diesen ziehen die Kinder von dannen, während der Rat in den Sitzungssaal nebenan wechselt. Nach der Verpflichtung von Klaus Wahlen, der für Veronika Mergens in den Rat nachrückt, kommt Spies zu den Meldungen "Bürgermeister im Visier des Staatsanwalts". Die Spende der Firma Provento für die Jugendarbeit in Reinsfeld sei ganz klar und offen gelaufen und der Vertrag sogar notariell abgeschlossen. "Ich habe mir da nichts vorzuwerfen", ist Spies überzeugt. Doch es sei schon ein sehr unangenehmes Gefühl, "wenn man da in der Presse steht oder im Rundfunk genannt wird". Dass er davon selbst erst von mehreren Anrufern erfahren hat, gibt Spies zu denken. "Ich finde es mehr als schlimm, was heute passiert ist", hält er fest. Da kämen möglicherweise Dinge auf einen zu, die es einem schwer machten, ein solches Amt zu übernehmen. Was er vermisst, ist der Schutz der Person. "Für meine Begriffe ist das ungeheuerlich." Verbandsbürgermeister Michael Hülpes bestätigt die Ausführungen des Gemeindechefs. Die Verwaltung habe von den Beschlüssen bis zum Zahlungsfluss alles kontrolliert. "Wenn dadurch ein anderer Anbieter raus geflogen wäre, dann wäre das natürlich nicht in Ordnung gewesen", sagt Hülpes. Doch die Entscheidung für den Investor sei nicht durch die Spende beeinflusst worden. Seiner Einschätzung nach sei alles sauber und greifbar: "Es hat sich niemand persönlich bereichert." Zu den weiteren Punkten der Sitzung folgt ein weiterer Bericht.

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