Spielhallen-Räuber vor Landgericht

Spielhallen-Räuber vor Landgericht

Prozessauftakt in Trier: 2200 Euro sollen eine junge Frau und ein junger Mann in einer Trierer Spielhalle erbeutet haben. Auch die Bewohnerin eines Saarburger Pflegeheims soll von einem der Täter bestohlen worden sein.

Trier/Saarburg. Vor der Großen Jugendkammer des Landgerichts hat gestern der Prozess gegen zwei mutmaßliche Räuber begonnen. Die Staatsanwaltschaft Trier wirft den Angeklagten vor, am 24. Mai eine Spielhalle in der Nähe des Trierer Bahnhofs überfallen zu haben (der TV berichtete). Nachdem der 22-jährige Mann dort mehrere Stunden mit seiner 20-jährigen Komplizin an Automaten gespielt hatte, sollen beide eine Mitarbeiterin der Spielhalle in die nach hinten gehenden Räume des Etablissements gelockt haben. Sie spiegelten ihr vor, dass eine Toilette verstopft sei. Im Toilettenraum forderten sie sie mit einem Glasaschenbecher in der Hand auf, die Einnahmen herauszugeben. Da die verängstigte Mitarbeiterin der Spielhalle dies nicht konnte, nahmen die Täter ihr den Schlüssel ab und öffneten den Tresor selbst. Sie erbeuteten bei dieser Gelegenheit 2200 Euro. Der 20-Jährigen wirft die Staatsanwaltschaft Trier zudem vor, während eines Praktikums in einem Saarburger Pflegeheim einer Bewohnerin Schmuck im Wert von 3000 Euro gestohlen zu haben. Hier war die betagte Dame ebenfalls unter einem Vorwand ins Bad gelockt worden.
Die mutmaßlichen Täter sitzen in Untersuchungshaft. Der Mann ist in Deutschland bislang nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten. Seine Begleiterin ist wegen zweifachen Diebstahls vorbestraft. Der Prozess wurde nach Verlesung der Anklageschrift vertagt, da einer der Anwälte terminlich an der Teilnahme verhindert war. Er wird am Montag, 12. Dezember, 9 Uhr, vor dem Landgericht Trier fortgesetzt. Beide Angeklagten haben angekündigt, dass sie sich zu den erhobenen Vorwürfen äußern wollen. itz