Spielplatz statt Boule-Bahn

Obwohl die Fertigstellung des Mannebacher Neubaugebiets "Ober der Kirch" bereits zwei Jahre zurückliegt, konnte die Gemeinde das Projekt bislang nicht zu den Akten legen. Grund ist der geplante Kleinkinder-Spielplatz, der noch immer auf seine Realisierung wartet. Nun soll das Vorhaben endlich umgesetzt werden.

Mannebach. Kinder und deren Eltern, die im Mannebacher Neubaugebiet "Ober der Kirch" wohnen, wird's freuen: der geplante Kleinkinder-Spielplatz kommt. Nach Auskunft von Ortsbürgermeister Manfred Arnoldi sollen noch im April zwei Spielgeräte sowie Sitzbänke aufgestellt werden. Erstaunlich: Die Fertigstellung des Baugebiets liegt bereits zwei Jahre zurück. Alle Arbeiten im Zusammenhang mit der Erschließung, darunter der Endausbau der Erschließungsstraßen, sind schon lange abgeschlossen. Weshalb also die Verzögerung? Immerhin ist der Kleinkinderspielplatz Bestandteil des Bebauungsplans - abgesehen davon, das sich mehrere Familien mit Kindern im Neubaugebiet angesiedelt haben. "Die Sache hat sich deshalb so lange hingezogen, weil wir in den vergangenen Monaten darüber nachdachten, statt des Spielplatzes eine Boule-Bahn oder ähnliches zu bauen", berichtet Ortschef Arnoldi. "Anwohner haben Anspruch auf Spielplatz"

"Im Gegenzug wollten wir uns um den bereits vorhandenen Spielplatz im Ort kümmern. Denn wir wollten keine Trennung zwischen den Kindern aus dem Neubaugebiet und denen aus dem übrigen Ort." Allerdings sei eine anderweitige Nutzung der Fläche, die für den Baugebiets-Spielplatz vorgesehen ist, nicht ohne weiteres zu machen. "Da der Spielplatz im Bebauungsplan festgeschrieben ist, haben die Anwohner einen Rechtsanspruch darauf", erläutert Arnoldi. Die Konsequenz: "Für eine Boule-Bahn müsste der Bebauungsplan geändert werden." In seiner März-Sitzung begrub der Gemeinderat schließlich die Idee, die Spielplatz-Fläche anderweitig zu nutzen, und entschied sich für das Aufstellen von Spielgeräten und Ruhebänken. Die Kosten dafür liegen bei insgesamt rund 3000 Euro, die zur Hälfte auf die Gemeinde entfallen. "Die andere Hälfte kommt vom Heimat- und Kulturverein", sagt Manfred Arnoldi.Bereits im November 2006 hatte der Heimat- und Kulturverein mit der Gestaltung der kleinen Grünfläche, die mitten im Baugebiet "Ober der Kirch" liegt, begonnen und dort den ersten Baum des Mannebacher "Kinderhains" gepflanzt (der TV berichtete). Hintergrund war die Idee, für jedes Neugeborene aus Mannebach und dem Ortsteil Kümmern einen Baum zu pflanzen sowie eine Metalltafel mit Name und Geburtsdatum aufzustellen.