Sportplatz wird saniert

Der Gemeinderat Tawern hat den Doppelhaushalt 2016/2017 beschlossen, der für dieses Jahr ein heftiges Minus ausweist. Wesentlich entspannter wirken die Zahlen wieder im nächsten Jahr. Grund für das hohe Minus 2016 ist die unumgängliche und rund 250 000 Euro teure Sanierung des Tawerner Sportplatzes.

Tawern. Zu Beginn der Haushalts- sitzung des Rates in Tawern kam Ortsbürgermeister Thomas Müller zum Kern: "Wir haben 2016 ein Minus von 629 000 Euro im Ergebnishaushalt." Der Grund: Die Erneuerung des Kunstrasens auf dem Tawerner Sportplatz wird mit rund 250 000 Euro veranschlagt. Die Sanierung ist eine Unterhaltsmaßnahme und keine förderfähige Investition. Die Gemeinde wird sie alleine schultern müssen.Müller erläuterte, warum die Sanierung des täglich stark frequentierten Platzes mit rund 35 Stunden Trainingsbetrieb pro Woche dringlich ist: Nach rund 15 Jahren sind die "Stresszonen" des Kunstrasens (Tor- und Strafräume, Anstoßbereich) völlig abgenutzt. Gleiches gilt für die Feldlinien, deren Nahtwülste hervortreten. Insgesamt steht die Bespielbarkeit vor dem Aus. Der gesamte Belag hat noch etwa 35 bis 50 Prozent seiner ursprünglichen Elastizität, das Material ist so herunter getreten und verdichtet, dass sich Oberflächenwasser sammelt. Zunehmend werden Sehnen- und Bänderverletzungen registriert.Belastungsgrenze erreicht

Um die rund 70 000 Quadratmeter große Fläche bis zum Start der Spielsaison 2016/2017 wieder fit zu kriegen, plant Tawern eine Kooperation mit dem Kreis Trier-Saarburg und der Mittelmoselgemeinde Mehring. Der Kreis und Mehring betreiben jeweils gleichaltrige Kunstrasenplätze desselben Herstellers Polythan am Schulzentrum Konz und auf der Mehringer Sportanlage. Alle Plätze befinden sich nach 15 Jahren Dauerbelastung im ähnlich schlechten Zustand und müssen erneuert werden. Um Kosten zu sparen, planen die drei Betreiber einen gemeinsamen Auftrag an das Wittlicher Ingenieurbüro John und Partner. Das Büro soll dann die gesamte Sanierung -von Planung, Ausschreibung bis Bauüberwachung - übernehmen. Das teure Projekt und die dadurch belastete Tawerner Kassenlage fand die Zustimmung der Fraktionen. SPD-Fraktionsvorsitzende Karla Kroon: "Diese Ausgabe ist absolut gerechtfertigt - man kann sich auch kaputtsparen." Die Anlage sei eine der wichtigsten örtlichen Einrichtungen für Vereinsleben und sie diene auch der Kommunikation. CDU-Fraktionsvize Robert Stegmeyer: "Die Sportplatzsanierung ist ein Muss, zumal unser Sportverein enorm viel für die Jugendarbeit leistet."Der Doppelhaushalt 2016/2017 wurde einstimmig beschlossen - und damit auch die Platzsanierung. Von erfreulichen Bescheiden berichtete abschließend Ortsbürgermeister Müller: Der geplante Bau eines Pavillons mit Toilettenanlage, Infostand und Lagerraum auf dem römischen Tempelfeld wird mit über 75 Prozent aus dem Leader-Programm der EU gefördert. Die Verbandsgemeinde schießt 10 000 Euro zu.Meinung

Kooperation ist vielfach möglichAlles spricht dafür, dass die "Sammelbestellung" in Sachen Sportplatzsanierung in Tawern, Konz und Mehring zustande kommt. Da stellt sich die Frage, warum solche kostensparenden Kooperationen von Kommunen nicht längst zur Tagesordnung zählen. Kann die Bestellung von teuren Feuerwehrfahrzeugen für die Verbandsgemeinden nicht grundsätzlich im "Sammelauftrag" rausgehen? Angedacht war dies mal. Warum beschaffen Ortsgemeinden Fahrzeuge und Gerät für ihre Gemeindearbeiter stets im Alleingang, statt sich mit den Nachbarn zusammenzuschließen. Der Gedanke lässt sich beliebig fortspinnen. Und für Kirchtumsdenken ist das öffentliche Geld heute zu knapp. trier@volksfreund.deExtra

Der Ortsgemeinderat Mehring wird in seiner nächsten Sitzung über die Kooperation zur Erneuerung der Kunstrasenplätze in Tawern, Konz und Mehring beraten. Das erklärt auf Anfrage Wolfgang Düpres, Bauabteilung der Verbandsgemeinde Schweich. Wegen der größeren Spielfeldfläche in Mehring werde dort mit Kosten in Höhe von rund 300 000 Euro gerechnet. Auch beim Kreis stehen die Zeichen auf Kooperation, wie Kreissprecher Thomas Müller erklärt. "Die Verwaltung hält das Vorgehen mit einer gemeinsamen Planung und Ausschreibung für sinnvoll und wird dem am 17. März tagenden Kreisausschuss einen entsprechenden Beschluss vorschlagen", so der Sprecher. Von einer gemeinsamen Planung und Ausschreibung erhoffe sich die Kreisverwaltung günstigere Konditionen und damit geringere Kosten. f.k.