Sprachpflege im Wirtshauskeller
Der 1945 verstorbene Beuriger Heimatdichter Ernst Thrasolt, originelle Vorträge und nicht zuletzt das Saarburger Platt standen im Mittelpunkt des ersten Mundart-Stammtisches in Saarburg. Rund 20 Interessierte waren ins "Wirtshaus zum Pferdemarkt" gekommen. Erst im Februar soll es eine Neuauflage geben.
Saarburg. (hpü) Wer Saarburger Platt oder einen anderen regionalen Dialekt sprechen will, der muss sich dazu nicht unbedingt im Keller verkriechen. Dialekt-Pflege im Gewölbekeller
Letzteres will der aus Saarburg stammende Patric Ludwig dennoch mindestens einmal im Monat tun, und im Idealfall ist er dabei nicht alleine - wie jüngst bei der Premiere des von Ludwig initiierten Saarburger "Mundart-Stammtisches". Ort des Geschehens war der Gewölbekeller des "Wirtshauses zum Pferdemarkt". Rund 20 Interessierte waren gekommen, um den Abend unter anderem bei Mundart-Vorträgen und einem begleitenden Getränk zu verbringen. Hauptpersonen der Veranstaltung waren der Serriger Alfons Leineweber, der aus Irsch stammende Heimatforscher Ewald Meyer, die Saarburger Heimatdichterin Marianne Gansemer und der im saarländischen Ensdorf lebende Ernesto Messinger. Ein festes Programm gab es nicht, und so harrten die Gäste der Dinge, die kommen sollten.Angepeilter Turnus: einmal im Monat
Den Auftakt machte Ewald Meyer, der sich auf das Leben und das Werk des Beuriger Priesters und Heimatdichters Ernst Thrasolt (1878 bis 1945) spezialisiert hat. Meyer gab einen kurzen Einblick in das Leben Thrasolts, der eigentlich Tressel hieß und nach dem eine Straße in Beurig benannt ist"Beim Dreschen" lautete der Titel eines Mundart-Gedichts, das Meyer am Ende seiner Ausführungen zum Besten gab. Zu Wort kamen auch Heimatdichterin Marianne Gansemer, die einige ihrer Gedichte mitgebracht hatte, sowie Ernesto Messinger, der - wenngleich nicht unter Zuhilfenahme des Saarburger Dialekts - mehrere selbst getextete Verse ins Publikum streute und für Lacher sorgte. Alfons Leineweber gab den einen oder anderen Reim in "lupenreinem" Serriger Platt zum Besten.Ursprünglich im Sechs-Wochen-Rhythmus geplant, soll es den Saarburger Mundart-Stammtisch künftig mindestens einmal im Monat geben. "Wir sollten das auf jeden Fall regelmäßig machen", betonte Hans-Werner Biewen, der Anfang der 80er Jahre gemeinsam mit Patric Ludwig die Mundart-Zeitschrift "Leitsgeheier" herausgegeben hat. Den nächsten Stammtisch im "Wirtshaus zum Pferdemarkt" soll es am Mittwoch, 20. Februar, geben.