Staatsanwaltschaft Trier klagt 43-Jährigen wegen schwerer Brandstiftung in Konz an

Erst gestritten dann Wohnung angezündet : Anklage nach verheerendem Feuer in Konz

Ein 43-Jähriger soll im März ein Mehrfamilienhaus in Konz angezündet haben. Zuvor hatte seine damalige Lebensgefährtin nach einem heftigen Streit die Polizei gerufen. Die Staatsanwaltschaft Trier wirft ihm unter anderem eine schwere Brandstiftung vor.

Die Bilanz des Feuers in dem Mehrfamilienhaus im Konzer Wohngebiet Karthaus ist verheerend. Sieben Menschen sind laut dem Bericht, der am 22. März im Trierischen Volksfreund erschienen ist, am Ende des Löscheinsatzes in der Nacht vom 20. auf den 21. März verletzt. Vier Polizisten und ein Feuerwehrmann müssen behandelt werden, zwei Hausbewohner müssen ins Krankenhaus. Der Sachschaden ist ebenfalls enorm: „Durch das Feuer wurde das Mehrfamilienhaus unbewohnbar“, sagt der Leitende Oberstaatsanwalt in Trier, Peter Fritzen. Er beziffert den Sachschaden auf 350 000 Euro.

Obwohl das Feuer schnell vom ersten Obergeschoss ins Dachgeschoss übergreift, bekommen es die 100 Einsatzkräfte zügig unter Kontrolle. Gegen 1 Uhr ist das Feuer gelöscht. Das Gebäude ist jedoch einsturzgefährdet. Die Lehmwände des Mehrfamilienhauses, in dem vier Parteien gelebt haben, saugen sich mit Löschwasser voll und stehen deshalb nicht mehr sicher. Erst nachdem Spezialisten des Technischen Hilfswerks Stützen eingebaut haben, können die Brandermittler das Gebäude wieder betreten.

Die Polizei nimmt den Tatverdächtigen vor Ort kurz nach ihrem Eintreffen fest. Heute, vier Monate danach, ist für die Ermittler klar, dass der inzwischen 43-jährige Mann das Feuer gelegt haben muss. Der Leitende Oberstaatsanwalt in Trier, Peter Fritzen, erklärt auf TV-Anfrage, dass seine Behörde inzwischen Anklage „wegen schwerer Brandstiftung, gefährlicher Körperverletzung und weiterer Straftaten“ wie Beleidigung und Bedrohung erhoben habe. Der Fall wird, soweit die Richter ein Hauptverfahren eröffnen, an der Großen Strafkammer des Landgerichts Trier verhandelt. Ein Termin steht noch nicht fest.

Gebäudebrand in Konz

Die Vermutung, die schon kurz nach der Tat öffentlich bekannt wurde, hat sich laut Staatsanwaltschaft verfestigt: Der Angeklagte sei am späten Abend nach einer Auseinandersetzung mit seiner Lebensgefährtin zu deren Wohnung in Konz gefahren, erklärt Fritzen. Aus Verärgerung habe er dort zunächst Möbel und andere Gegenstände umgeworfen und beschädigt. „Anschließend soll er in der Absicht, die Wohnung zu zerstören, diese in Brand gesetzt haben“, führt Chefermittler Fritzen weiter aus.

Das Perfide an der Tat: Der Mann soll die in der Wohnung seiner Ex-Partnerin angebrachten Rauchmelder demontiert haben. So habe er verhindern wollen, dass andere Menschen frühzeitig auf den Brand aufmerksam würden, erklärt Fritzen weiter. Anhaltspunkte für einen Tötungsvorsatz hätten die Ermittlungen aber nicht ergeben, sagt er auf Nachfrage. Die Hauptanklagepunkte sind die schwere Brandstiftung sowie schwere Körperverletzung. Denn zwei Menschen müssen nach dem Brand wegen einer Rauchgasvergiftung einen Tag stationär in einem Krankenhaus beobachtet werden.

Dieser Ausgang scheint noch relativ glimpflich zu sein, denn zum Zeitpunkt des Feuers sind mehrere potenzielle Opfer im Haus: „In den anderen Wohnungen des Hauses befanden sich zur Zeit der Brandlegung mehrere Personen, die alle noch rechtzeitig vor dem Feuer flüchten konnten“, sagt Fritzen. Hinzu kommt, dass durch das Feuer offensichtlich auch Gefahr für die Bewohner der Nachbargebäude des Reihenhauses besteht. Laut dem damaligen Einsatzbericht werden sie zum Teil aus dem Schlaf gerissen und aus ihren Wohnungen herausgeholt, weil die Feuerwehr ein Übergreifen des Brandes auf die benachbarten Häuser befürchtet.

Dass die Bilanz des Feuers nicht noch schlimmer oder sogar tödlich wird, ist wohl vor allem der schnellen Reaktion der Polizei zu verdanken. Denn die ehemalige Lebensgefährtin zeigt den Mann am Abend der Tat gegen 23 Uhr an. Die Beamten erkennen sofort die Dringlichkeit der Angelegenheit und schicken eine Streife raus.

Als sie an dem Haus eintrifft, steigen schon Rauchschwaden auf. Den Tatverdächtigen ertappen die Beamten quasi auf frischer Tat. So können sie ihn kurz nach Eintreffen in Handschellen abführen. Fast gleichzeitig beginnt der Feuerwehreinsatz. Der Angeschuldigte befindet sich seit dem Brand im März in Untersuchungshaft.

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