Stadt gibt 25 Cent für jeden Einwohner

Stadt gibt 25 Cent für jeden Einwohner

Schön, sauber und attraktiv will jede Kommune sein. In Hermeskeil sind es die Aktiven des Heimatvereines, die dazu einen wesentlichen und ehrenamtlichen Beitrag leisten. Auch in der neuen Saison hat sich der Verein viel vorgenommen. Doch die Mitglieder werden immer älter - und Nachwuchs ist nicht in Sicht.

Hermeskeil. "Wir schreiben keine Stunden auf", sagt der Vorsitzende des Heimatvereines Hermeskeil, Hubert Clemens. Auf 30 Mitglieder, die helfen und anpacken, kann er sich verlassen. Knapp 100 zahlende Mitglieder hat der Verein mit Status der Gemeinnützigkeit im 28. Jahr seines Bestehens.
Auf der Jahreshauptversammlung betonte Stadtbürgermeister Udo Moser lobend: "Ohne den Heimatverein würde diese Arbeit viel Geld kosten." Die Stadt ist als Mitglied mit 25 Cent pro Einwohner größter Unterstützer. Viel nutzt den Aktiven das handwerkliche Können und die Unterstützung durch örtliche Handwerksbetriebe, dem Bauhof und den Forst, wenn Spezialmaschinen gebraucht werden.
Wieder wurde viel geschafft im vergangenen Jahr, und der Plan für die neue Saison (siehe Extra) ist ebenfalls beeindruckend lang.

"Inzwischen haben wir mehr als 50 historisch und künstlerisch wertvolle Grabsteine neu aufgestellt und mit einer Verankerung gesichert", erklärt Clemens. Auch das Sternenfeld für totgeborene Kinder sowie das Gräberfeld für Nonnen und Hermeskeiler Pastöre wurden renoviert.
"Ein Schwerpunkt lag unter anderem im Themengarten des Krankenhauses", führt Clemens weiter aus. Diese Anlage werde weiter vom Verein betreut. Viel Arbeit und Aufmerksamkeit braucht der Naturerkundungspfad, der seit zwei Jahren genutzt werden kann. Doch wenn Clemens an die Zerstörungen und den Vandalismus denkt, treibt es dem ehemaligen Förster die Zornesröte ins Gesicht: "Drei Hinweisschilder mit dem Keiler- Symbol sind schon geklaut worden und das Glas der Borkenkäferstation wurde kaputt geschlagen." Allein diese Instandsetzung habe 300 Euro gekostet.

Bei allem Engagement sorgt sich der Vorsitzende um den Nachwuchs: "Da wären wir schon froh, wenn da ein paar neue rüstige Rentner mitmachen würden." Ausnahme in der Altersstruktur ist Marie-Kathrin Knippel (15), Tochter von Vorstandsmitglied Leo Knippel. Sie sagt: "Es macht mir Spaß, in der Natur zu arbeiten." Damit hat sie eine Vorbildfunktion für mehr Jugendliche, die mal mit anpacken könnten.
Wer viel schafft, darf auch mal feiern. Auch das kommt im Heimatverein nicht zu kurz und, so Clemens: Wir bieten im Jahr vier Fahrten an, auch für Nichtmitglieder."
Für die umfassende Information sorgt Vorstandsmitglied Günter Bleser im Internet auf www.heimatverein-hermeskeil.de. Er freut sich: "Da kommen schon mal 500 Klicks im Monat zusammen." Und Spenden wie eine Ruhebank aus der Schweiz kommen in Hermeskeil an.
Weiter unterstützt der Heimatverein Aktionen wie den Sponsorenlauf des Gymnasiums und Veranstaltungen, in denen Naturthemen präsentiert werden. Hubert Clemens sagt: "Wenn der Heimatverein gebraucht wird, ist er da."Extra

Pläne des Vereins für 2013: Das Mauerwerk am Perdsbor-Brunnen muss instandgesetzt werden; Grabsteine auf dem Evangelischen Friedhof sind neu zu setzen; eine Hinweistafel am Tivoli wird neu gestaltet; die keltischen Hügelgräber am Tivoli werden gepflegt; der Lindenstein an der Landesgrenze wird freigeschnitten; die Stalingradmadonna an der Martinuskirche wird neu lackiert; der Brunnen am Schenkelchen wird renoviert; an der Erzkapelle soll ein Pfosten zum Anleinen von Hunden installiert werden; die Pflege des Naturerlebnispfades wird fortgesetzt; Ortseingangsschilder werden neu gestrichen. doth

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