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Stadt Saarburg saniert Häuser für Flüchtlinge

Stadt Saarburg saniert Häuser für Flüchtlinge

Der Saarburger Stadtrat hat sich umentschieden: Statt die Gebäude in der früheren Famo-Kaserne komplett abzureißen und dort Container aufzustellen, sollen die Häuser jetzt großteils saniert werden. So entstünde Raum für rund 100 Flüchtlinge.

Saarburg. Aktuell leben in der Verbandsgemeinde (VG) Saarburg knapp 160 Flüchtlinge. Bis Ende des Jahres könnte die Zahl laut Stadtbürgermeister Jürgen Dixius auf bis zu 300 ansteigen. Und auch an der Saar ist der Wohnraum mittlerweile knapp.
Bislang war in Saarburg angedacht, die Gebäude auf dem Gelände der früheren Famo-Kaserne (die Abkürzung Famo steht für Forces Auxiliaires de Main d'Oeuv re und heißt aus dem Französischen übersetzt etwa: Hilfsstreitkräfte für Fahr- und Hausmeisterdienste) komplett abzureißen. An gleicher Stelle sollten dann Container aufgestellt werden, um darin die Flüchtlinge unterzubringen (der TV berichtete am 13. Mai).
Doch von dieser Lösung ist der Saarburger Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung abgerückt. Statt mit der Abrissbirne die Häuser dem Erdboden gleichzumachen, sollen jetzt die Bautrupps anrollen und bis Ende des Jahres die Häuser sanieren. Dixius kalkuliert mit Kosten von rund 200 000 Euro. "Dort wäre dann Platz für 80 bis 100 Flüchtlinge", sagte Dixius in der Stadtratssitzung.
Finanziert wird diese Investition teilweise mit Mitteln des Bundes. Mit der Aufnahme von Flüchtlingen steigen auch die Schlüsselzuweisungen für die Kommunen. Bislang gingen diese Einnahmen zu 80 Prozent an die Verbandsgemeinde, doch hatte der Verbandsgemeinderat bereits im Mai beschlossen, dass die Ortsgemeinden 50 Prozent der Zuweisungen behalten dürfen, wenn sie Wohnraum für Flüchtlinge schaffen.
Der Entscheidung vorausgegangen war eine Festlegung des Gebiets der Famo-Kaserne als Entwicklungsbereich sowohl für gewerbliche wie auch für touristische Nutzung. Eine Ausweisung dieses Areals als Wohngebiet scheidet aber aus, weil die Bundesimmobilien-Anstalt als frühere Eigentümerin der Fläche sonst Nachforderungen an die Stadt stellen könnte. Aufgrund einer Sonderregelung des Bundes dürfen laut Aktenvermerk der Verbandsgemeinde Saarburg Flüchtlinge auch in Gewerbegebieten untergebracht werden. Die Nutzung des Famo-Geländes für Flüchtlinge ist zunächst auf fünf Jahre befristet.
Der Stadtbürgermeister mahnt den Stadtrat, künftige Entscheidungen auch mit Blick auf die steigende Flüchtlingszahl zu treffen. Die Infrastruktur müsse entsprechend angepasst werden. Das gelte vor allem für Kindertagesstätten und Schulen.
Wie das Gelände der früheren Kaserne de Lattre künftig genutzt wird, ist derzeit noch offen. Um aber den Standort für Investoren interessant zu machen, hat der Stadtrat beschlossen, für diesen Bereich ein Sanierungsgebiet festzusetzen.