Stadtpatron zertrümmert

Bereits mehrfach ist die Statue des Konzer Stadtpatrons in der Straße Ober Canet Opfer von Vandalismus geworden. Diesmal haben Unbekannte sie völlig zerstört. Ob eine neue Figur angeschafft wird, ist noch offen.

Konz. "Meiner Frau und mir hat das Essen den ganzen Sonntag über nicht mehr geschmeckt", sagt Rudolf Molter. Der 75-Jährige steht vor der Wegestation in der Straße Ober Canet in Konz und betrachtet den Schaden, den Unbekannte am Wochenende angerichtet haben. In der Nacht zum Sonntag hatten sie das Gitter der Station aufgebogen. Anschließend nahmen sie die Statue des heiligen Nikolaus heraus, zertrümmerten diese auf dem Boden und warfen die Bruchstücke ins Gebüsch (der TV berichtete). War um sie das getan haben, ist Molter unbegreiflich.
Der ehemalige leitende Ordinariatsrat, der den Bildstock 1998 als Vorsitzender des Kirchenchors angeregt hatte (siehe Extra), hat die Einzelteile in der Zwischenzeit eingesammelt und zurück an ihren Platz gelegt. Der Kopf der Figur fehlt immer noch. Die Stadtverwaltung schätzt den Schaden auf bis zu 4000 Euro.
"Der ideelle Schaden ist aber viel höher als der materielle", sagt Molter. Schließlich ist die Wegestation Teil der Konzer Karfreitagsprozession.
Gerade erst frisch saniert


Es war nicht das erste Mal, dass Unbekannte die Heiligenfigur beschädigt haben. Bereits zweimal verlor sie ihre Hand samt Hirtenstab, auch Teile der Nase wurden abgesprengt. Jedes Mal zu Beginn der Sommerferien. Die Polizei hat noch keinen Verdacht, hofft auf Hinweise von Bürgern. Stadtverwaltung und Kirchenchor haben eine Belohnung von 500 Euro ausgesetzt.
Noch am Samstag hatte Molter mit seiner Frau die Fugen vor der Station gesäubert und umliegende Büsche gestutzt. Die Sanierung des Bildstocks war erst am Freitag abgeschlossen worden. Zum Konzer Heimat- und Weinfest wollten sie die Anlage der Öffentlichkeit präsentieren. Die Rechnungen in Höhe von circa 800 Euro sind noch nicht bezahlt.
Wie es weitergeht, weiß Molter noch nicht. Im ersten Schock habe er gedacht: "Schluss! Aus!" Mittlerweile hätten sich jedoch viele Konzer im Gespräch mit ihm für eine Neuanschaffung der Heiligenfigur ausgesprochen. Falls sich der Kirchenchor tatsächlich dafür entscheidet, müsse man die Figur besser sichern - sei es mit Panzerglas oder einer stärkeren Verankerung des Metallgitters. Das sieht auch die Stadtverwaltung so. "Wir sind über den Vandalismus sehr betroffen. Insbesondere deshalb, weil in dieses Kleinod viel privates Engagement und private Mittel investiert wurden. Vonseiten der Stadt gibt es gegenüber den Tätern kein Verständnis und null Toleranz", sagt Bürgermeister Karl-Heinz Frieden.Extra

 Kein schöner Anblick: Was von der Statue übrig blieb. TV-Foto: Falk Straub
Kein schöner Anblick: Was von der Statue übrig blieb. TV-Foto: Falk Straub

Die Wegestation gehört seit 1998 zum Bild der Straße Ober Canet. Anlässlich des 50. Heimat- und Weinfests, des 40. Geburtstags der Stadt Konz und 750 Jahren urkundlich nachgewiesenem Weinbau in Konz im Jahr 1999 hatte der Kirchenchor die Station samt Statue initiiert, finanziert und Stein für Stein gebaut. Sie ist den verstorbenen Mitgliedern des Kirchnchors gewidmet. Die Heiligenfigur schufen die Bildhauer Netz & Hardy aus Burgbrohl (Landkreis Ahrweiler). Ihre Darstellung des Bischofs von Myra mit Weintraube ist einmalig. Die Kosten für Station und Figur beliefen sich auf rund 7000 D-Mark. 1999 wurde die Station beim Heimat- und Weinfest feierlich der Stadt übergeben, in deren Besitz sie seither ist. fas