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Stadtrat schickt Radweg in Warteschleife

HERMESKEIL. Der Stadtrat hat die Entscheidung über den Radweg Ruwer-Hochwald auf den November verschoben. Damit bleibt die Frage offen, ob die Stadt bereit ist, ihren Anteil am Kaufpreis für die alte Trasse und an den Baukosten des Radwegs zu übernehmen. Stellt die Stadt sich quer, dann endet der Radweg voraussichtlich in Reinsfeld. Von unserem Redakteur <br>JÖRG PISTORIUS

Die Verhandlungen zwischen den Kommunen und der Deutschen Bahn AG hatten endlich zu einem definitiven Vertrag über den Verkauf der alten Bahntrasse zwischen Ruwer und Hermeskeil geführt (der TV berichtete). Die VG-Verwaltung Hermeskeil schlug vor, dass Reinsfeld und Hermeskeil - nur sie werden innerhalb der Verbandsgemeinde von dem Radweg berührt - neben der Verkehrssicherungs- und Unterhaltungspflicht auch den Grunderwerb mit finanzieller Unterstützung der VG selbst übernehmen. Die Erwerbs- und Baukosten liegen, Landesförderung und VG-Anteil mit eingerechnet, bei 84 000 Euro für beide. Hermeskeil soll 34 000 Euro tragen, Reinsfeld als Träger des größeren Streckenabschnitts 50 000 Euro. Der VG-Rat nahm dieses Modell an, der Gemeinderat Reinsfeld folgte einen Tag später. Am Montagabend sollte der Stadtrat Hermeskeil eine Entscheidung fällen, und damit wurde aus dem seit Verhandlungsende schnellen Fortschritt des Projekts eine Bewegung in Superzeitlupe. Bevor die Diskussion überhaupt beginnen konnte, betonte Stadtbürgermeisterin Ilona König: "Darüber können wir heute auf gar keinen Fall entscheiden. Dieses Thema muss fraktionsintern und auch in den Ausschüssen noch beraten werden." Aufschlüsselung der Folgekosten

So sahen es auch die Mitglieder des Stadtrats. Norbert Klinger (SPD) und Udo Moser (fraktionslos) forderten detaillierte Angaben von der Verwaltung und eine Aufschlüsselung der Folgekosten, die auf die Stadt Hermeskeil zukommen. Klinger: "Ich stelle fest, dass wir diesen Punkt weder in dieser noch in der nächsten Sitzung des Stadtrats beraten können." Insbesondere der alte Bahnhof als Endpunkt des Radwegs macht dem Stadtrat Sorgen. Wer sorgt für eine Sanierung des alten Gebäudes, für dessen Umwandlung in ein Café für Radfahrer? Verbandsgemeinde-Bürgermeister Michael Hülpes: "Wir können zu diesem Zeitpunkt noch nicht alle Fragen beantworten und alle Zahlen präzise nennen. Auf welcher Grundlage sollte denn momentan eine Kosten-Nutzen-Analyse entstehen?" In der November-Sitzung wirddie Diskussion weitergehen.