Starke Mütter, starke Kinder

KONZ. Die Kinder bringen einen Elternbrief aus der Schule mit nach Hause, und die Mutter versteht kein Wort. Denn die Sprache, die ihre Kinder im Unterricht sprechen – Deutsch – ist nicht ihre Sprache. Um Erlebnissen wie diesen vorzubeugen, hat die Ausländerbeauftragte des Kreises Trier-Saarburg, Gisela Krämer, das Projekt "Starke Mütter – starke Kinder" mitinitiiert.

Ein Zeugnis wird es am Ende des Projekts "Starke Mütter - starke Kinder" nicht geben. Dafür werden die Frauen, die daran teilnehmen, aber viel mehr mitnehmen: Deutschkenntnisse, Einblicke in die Kulturen, die in Konz zusammentreffen sowie in das Leben und den Alltag in ihrer neuen Heimat. Außerdem bekommen sie Kontakt zu vielen Frauen, die ebenfalls in Konz leben und doch oft nur die Menschen im näheren Umfeld kennen. Diese Ziele haben sich die Ausländerbeauftragte des Kreises Trier-Saarburg, Gisela Krämer, aus Konz-Karthaus und der Zonta Club Trier bei dem gemeinsamen Projekt "Starke Mütter - starke Kinder" gesetzt. Mit ihrem neuen Projekt, das am morgigen Dienstag, 24. Oktober, 10 bis 11.30 Uhr, in der Konzer Stadtbücherei beginnt, wollen sie Frauen mit Migrationshintergrund in einer Art Intensivkurs zwei Mal die Woche Sprache, Land und Leute näher bringen. Für Mütter, die bislang nicht der deutschen Sprache mächtig seien, sei es wichtig, die Sprache und besonders auch die Umgangssprache zu kennen, mit der ihre Kinder tagtäglich konfrontiert werden. Beispielsweise können die Kinder umgangssprachliche Ausdrücke aufschnappen, die ihnen in vielen Fällen Ärger einbringen können. "Wie sollen Mütter ihren Kindern solche Ausdrücke abgewöhnen, wenn sie sie nicht verstehen?", nennt die Lehrerin Gisela Krämer ein Beispiel. "Wir stärken die Frauen, damit sie ihre Kinder unterstützen können", erklärt sie den Sinn des Projekts "Starke Mütter - starke Kinder". Damit wird ein bereits bestehenden Angebot intensiviert, das aus einem internationalen Gesprächskreis in Karthaus mit Gisela Krämer (Dienstagsvormittags) und einem weiteren in Konz (an Donnerstagen) mit Inge Wagner besteht. Dort treffen Frauen aus der Türkei, aus Vietnam oder Ghana unter anderem mit Irakerinnen und Deutschen zusammen. Der Kontakt zu den Gesprächsleiterinnen sowie zu weiteren deutschen Frauen ist dabei wichtig, damit die Frauen neben dem Knüpfen internationaler Kontakte auch vielfältige Einblicke in den Alltag in ihrer neuen Heimat gewinnen. "Wir wollen den Frauen unsere Sprache und unser Leben ein bisschen näher bringen", erklärt Krämer. Unterstützt wird das Projekt, das am heutigen Dienstag startet, vom Zonta Club Trier, in dem sich Frauen für die Förderung von Frauen einsetzen. Dazu veranstalten die Damen vom Zonta Club am 5. November eine Heinrich-Heine-Matinee. Die Wiesbadener Literaturwissenschaftlerin Wilma Estelmann stellt den 1856 verstorbenen Dichter und seine Werke vor. Heine war Emigrant und als solcher und zwischen seiner Heimat Deutschland und seiner Wahlheimat Frankreich sowie zwischen den Religionen hin und her gerissen. Die Matinee findet am Sonntag, 5. November, 11 Uhr, in der Synagoge in Wittlich statt. Informationen und Anmeldung für das Projekt "Starke Mütter - starke Kinder" gibt es bei Gisela Krämer, Telefon 06501/947833.

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