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Ortsentwicklung: Starkregen, Tempo 30 und das Alte Amtshaus

Ortsentwicklung : Starkregen, Tempo 30 und das Alte Amtshaus

Der Ortsgemeinderat Freudenburg diskutiert Probleme, an deren Lösung hart gearbeitet werden muss.

Die Anlieger der Freudenburger Straße Im Rietz haben die Kraft des Wassers kennengelernt, wenn es als Regen die Kanaldeckel hebt und die Fahrbahn unterspült. Der Leiter der Verbandsgemeindewerke, Franz Petri, plädierte vor dem Ortsgemeinderat für einen Entwässerungsplan, der die gesamte Gemeinde umfasst: „Es kann zwar in der Straße ein Stauraum mit großem Rohr installiert werden, aber das garantiert nicht, dass es immer wieder passiert.“

„Seit 15 Jahren fliegen bei Starkregen die Kanaldeckel hoch. Es ist höchste Zeit, dass was passiert“, schimpft Bernd Gödert (SPD), der frühere Ortsbürgermeister. Mitte bis Ende nächsten Jahres lägen die Ergebnisse einer hydraulischen Untersuchung vor, verspricht Petri. Außerdem sei die Versicherung der VG-Werke eingeschaltet. Die Straße Im Rietz sei nicht normgerecht ausgebaut. Um das zu ändern, müsste der Verbandsgemeinderat Mittel bereitstellen. Um Nachteile für die Ortsgemeinde zu vermeiden, entschied der Rat die Umkehr der Beweislast bei Folgeschäden von Starkregen. Damit muss Freudenburg nicht mehr nachweisen, dass etwas mit den Straßen falsch gelaufen ist, sondern die Auftragnehmer, dass sie alles richtig gemacht haben.

Für die Zukunft des historischen Amtsgebäudes fragt Ortsbürgermeister Alois Zehren: „Was wollen wir dort?“ Investoren hätten mittlerweile alle abgewinkt. Der Antrag auf Abriss bei den Denkmalschutzbehörden läuft. Allein die Kosten der Gebäudesicherung belaufen sich auf rund 175 000 Euro. Und das könnte noch wesentlich mehr werden, wenn das Haus gegen Abrutschen gesichert werden muss.

Deshalb findet Ortschef Zehren: „Ein Parkplatz sollte eine Option sein“, empfiehlt aber abzuwarten, was die Denkmalschützer entscheiden. Sein Vorgänger Gödert sieht das Haus immer noch als „von der Historie her wertvoll“ an.

Beschlossen ist jetzt, den Architektenbeirat des Landkreises anzurufen, um wieder fachliche Kompetenz in die Angelegenheit zu bringen. Legt dieses Gremium ein Ergebnis vor, kann eine Dringlichkeitssitzung des Rates angesetzt werden.

Wieder um viel Geld geht es beim Investitionsplan. Für den Umbau des Kindergartens schreibt der Rat 40 000 Euro Planungskosten und 300 000 Euro Baukosten in die Liste. Notwendig wird das durch die gesetzliche Vorschrift, dass Kindern ab Juli 2021 täglich eine siebenstündige Betreuung zusteht.

80 000 Euro stehen im Plan für einen neuen Gemeindetraktor, der den alten ersetzen soll. Ab nächstem Jahr will Freudenburg die Planung des Ausbaus der Trierer, Schlesien- und Saarburger Straße starten. 100 000 Euro soll das kosten. Der Ausbau der Gartenstraße ist um mehrere Jahre verschoben worden. Noch einmal teuer wird’s beim weiteren Umbau und der Modernisierung des Bürgerhauses mit einer halben Million Euro im nächsten Jahr und 350 000 Euro in 2022.

Und dann sind da noch die Raser in der Leukstraße, wo es zu Schule, Kindergarten und Sportplatz geht. Eine Elterninitiative sammelte für eine Tempo-30-Zone Unterschriften. Das Tempolimit soll zunächst zwischen Bürgerhaus und der Einmündung Burgbungert eingeführt werden. Doch Ortsbürgermeister Zehren plädiert für eine Lösung in ganz Freudenburg. Dafür will er das Ordnungsamt, den Landesbetrieb Mobilität (LBM), die Gemeinde und die Polizei an einen Tisch bringen.