Startschuss für Energiepark

Ein Anfang ist gemacht. Die Firma "PeMa" will an der früheren Schießanlage für circa eine Million Euro einen Holzhackschnitzel-Hof bauen und hat dafür grünes Licht vom Zweckverband Konversion bekommen. Die Ansiedlung wäre der erste Baustein für den "Energiepark Hermeskeil", der auf dem Übungsplatz-Gelände der früheren Hochwaldkaserne entstehen soll.

Hermeskeil. "Wir sind heute bei der Bewältigung des Konversionsproblems einen großen Schritt vorangekommen und haben das Start-Projekt auf den Weg bringen können." Dieses Fazit zog Vorsteher Michael Hülpes (CDU), nachdem die nicht-öffentlichen Beratungen des Zweckverbands Konversion, der sich um Konzepte für die zivile Nachnutzung der früheren Kaserne und die Ansiedlung von Investoren kümmern soll, abgeschlossen waren.

Zuvor hatte sich der Konversionsausschuss mit der Maschinenbau-Firma "PeMa" auf die Unterzeichnung eines städtebaulichen Vertrags geeinigt. Die Investoren aus dem saarländischen Heusweiler wollen am früheren Schießplatz - also dem Gelände, auf dem im Frühjahr die Ansiedlung des Unternehmens "weihnachtsbaum.de" platzte (der TV berichtete) - für circa eine Million ein Holzhackschnitzel-Hof bauen. Dort soll laut Geschäftsführer Peter Marx auf einer vier Hektar großen Fläche Rohholz gelagert und anschließend in einer offenen Lagerhalle, "die man sich wie ein großes Carport vorstellen kann", geschreddert werden. Das zerkleinerte Holz wird danach als Heizstoff an Großkunden - etwa Spanplattenwerke - verkauft. "Der Standort ist für uns ideal, weil er weit weg von Wohnhäusern liegt, aber schon umzäunt ist", betont Marx. Die Produktion soll Mitte 2010 anlaufen. Langfristig will "PeMa" in Hermeskeil zehn Arbeitsplätze schaffen. Laut Hülpes gibt es auf dem Übungsplatz sechs weitere "realistische und intensive" Anfragen, die in das Energiepark-Konzept passen würden. Unter anderem prüft das nahe des Hermeskeiler Schulzentrums gelegene Sägewerk "H.A.S.E" den Umzug auf das Konversionsgelände. "Das hätte auch den positiven Effekt, dass wir in der Stadt die Verkehrsbelastung aus einem Wohngebiet herausbekommen würden", sagt Stadtbürgermeister Udo Moser (BFB), der Hülpes' neuer Stellvertreter im Konversionsausschuss ist. Für den Übungsplatz würden zudem Angebote für die Installation von Fotovoltaikanlagen vorliegen, informieren beide.

Auch für die Kaserne selbst könnte sich ein Großprojekt - im Raum steht eine zweistellige Millionensumme - anbahnen. Dem Zweckverband sei von Investoren ein vielversprechendes Gesamtkonzept für die künftige Nutzung vorgestellt worden, das auf eine touristisch-wirtschaftliche Nutzung hinauslaufe. Stadtbürgermeister Udo Moser spricht von einem "Vorhaben, das für Hermeskeil große Impulse setzen würde und einen hohen Realisierungsgrad hat". Der Zweckverband habe den Investoren, die namentlich noch nicht genannt werden wollen, nun aufgetragen, ihre Planungen zu konkretisieren und die Fördermöglichkeiten mit dem Land abzuklären. Nach Angaben von Hülpes und Norbert Kraff von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) - der Bund ist Noch-Besitzerin des Konversionsgeländes - werde sich bis zum Jahresende entscheiden, ob das Konzept für die Kaserne verwirklicht werden kann. Mai 2007:

Chronologie November 2004: Der damalige Bundesverteidigungsminister Peter Struck (SPD) gibt die Schließung der Hochwaldkaserne bekannt. März 2006: Gründung des Zweckverbands Konversion. Dezember 2006: Die letzten Soldaten verlassen die Hochwaldkaserne. Anfang 2007: Für die weitere Nutzung wird die Devise "Touristen statt Soldaten" ausgegeben. In einem Strategiekonzept ist unter anderem die Ansiedlung eines Feriendorfs oder eines "Baumhotels angedacht. Es bleibt bei Vorschlägen. Mai 2007: Der Zweckverband setzt auf eine neue Karte - die Errichtung eines Autohofs für LKW mit Logistikzentrum. Die Investoren-Suche bleibt vergeblich. Mai 2008: Der Zweckverband unterzeichnet mit dem Unternehmer Hans-Lothar Werth einen Vertrag über die Nutzung von 19 Hektar. Er will sich mit seiner Firma "weihnachtsbaum.de" auf dem Schießplatz ansiedeln. April 2009: Das Projekt platzt. Dem Zweckverband gehen Werths Forderungen zu weit. Oktober 2009: Grünes Licht für die Ansiedlung von "PeMa" auf dem Übungsplatz.