Stein raus, Abfall rein

Die TKDZ in Wellen beabsichtigen, die unterirdischen Hohlräume im Josef-Stollen mit Abfällen zu verfüllen. Das Landesamt für Geologie und Bergbau prüft derzeit die Pläne. Die Bürger sind indes beunruhigt, welche Materialien dort genutzt werden sollen.

Wellen/Temmels/Nittel. Ein Plan sorgt an der Obermosel für Besorgnis: Die Trierer Kalk-, Dolomit- und Zementwerke GmbH in Wellen haben vor, ihren Josef-Stollen mit Abfällen aufzufüllen. Dies soll nach TV-Informationen zur Erhöhung der Standsicherheit des Gebirges sowie zur Unterstützung der Sicherheitsmaßnahmen im Untertageabbau dienen, Bergsetzungen mindern und die Gefahr von Tageseinbrüchen vermeiden. Da dieses Projekt ähnlich wie Bauanfragen von Privatleuten nur im nicht-öffentlichen Teil der Gemeinderatssitzungen behandelt wird und das Unternehmen sich mit freiwilligen Informationen auch auf TV-Anfragen hin derzeit sehr bedeckt hält, wächst die Besorgnis innerhalb der Bevölkerung, dass sich daraus Nachteile für Mensch und Umwelt ergeben könnten. In einem offenen Brief, der dieser Tage an die Haushalte in der Region gehen soll, äußern Bürger, Umweltschützer und Kommunalpolitiker ihre Bedenken.

"Zugelassen ist noch gar nichts", sagt Harald Ehses, Direktor des rheinland-pfälzischen Landesamts für Geologie und Bergbau, dem ein Antrag der TKDZ zur Genehmigung des Sonderbetriebplans zum sogenannten Bergversatz (Auffüllen des Stollens mit Abfällen) vorliegt. Derzeit lägen die Stellungnahmen der betroffenen Gemeinden und Fachbehörden vor. Letztere hätten laut Ehses keine grundsätzlichen Bedenken geäußert. Bis zu einer ersten Entscheidung des Landesamts über die grundsätzliche Genehmigung, ob überhaupt verfüllt werden darf, können noch ein paar Wochen vergehen. "Das ist kein Standardverfahren", sagt Ehses und erklärt, dass die TKDZ derzeit der einzige Untertage-Betrieb in Rheinland-Pfalz sei, der in dieser Art den Versatz regeln möchte.

Genaue Angaben zu den möglichen Materialien, mit denen die Hohlräume verfüllt werden sollen, kann er noch nicht machen. "Erst in einem zweiten Schritt werden die Modalitäten geklärt", sagt Ehses. Aber jetzt schon steht fest, dass es sich bei den laut Ehses schätzungsweise mehr als 100 000 Tonnen Verfüllmaterial beispielsweise nicht um solche Materialien handelt, die radioaktiv sind oder mit Wasser oder dem Gebirge schädlich reagieren können. Meist handele es sich bei dem Verfüllmaterial größtenteils um Überschussproduktionen des Unternehmens. Zudem stellt Ehses bei einer etwaigen Genehmigung des Vorhabens in Aussicht, dass das Grundwasser kontinuierlich geprüft werde. "Wir werden dann vermutlich ein Monitoring-Programm auferlegen."