Steinbruch, Asphaltmischanlage Taben-Rodt: Klagen über Staub und Gestank

Kostenpflichtiger Inhalt: Staubwolken über dem Ort : Steinbruch Taben-Rodt - Anwohner klagen über Staub und Gestank

Kommt der schlechte Geruch aus dem Steinbruch? Der Betreiber will die Staubentwicklung eindämmen. Dass die Asphaltmischanlage gerochen hat, bezweifelt er.

Immer wieder kam es in den vergangenen zwei Wochen zu Unmut in Taben-Rodt.

Die Klagen der Bürger Ein Anlass für die Missstimmung war, dass im Saartal mit dem vom Quarzit rot gefärbten Steinbruch mehrfach rötliche Staubwolken in der Luft hingen. Einer der Bewohner, Peter Grasmück, meldet für den vergangenen, sonnigen Dienstag: „Heute morgen war es wieder ganz extrem, eine Sprengung bei diesem Wetter! Die Leute sind empört.“ Der rote Feinstaub findet sich laut Grasmück überall im 900 Meter entfernten Dorf auf der Höhe, ob an Hausfassaden oder Fenstern. Der Ortsteil Hamm im Tal sei besonders belastet, weil die Staubwolken durch das Saartal zögen. Auch Radfahrer auf dem Saar-Radweg betreffe der Staub.

Grasmück moniert, dass im Steinbruch nicht ausreichend mit Wasser berieselt werde. Außerdem sagt er: „Die Betreiber halten sich nicht an die Auflagen.“ Gestein werde von von ganz oben nach unten geschüttet anstatt von Ebene zu Ebene. Im Dorf hat es laut Grasmück in den vergangenen eineinhalb Wochen zudem zwei bis drei Mal nach Asphalt gestunken. Immer dann, wenn der Schornstein der Anlage geraucht habe. Die Firma schaffe es nicht, wie zugesagt, die Produktion so abzukapseln, dass es nicht rieche. Viele Anwohner hätten sich – so wie er auch – bei der Behörde beschwert. Auch bei Ortsbürgermeister Hans-Jochim Wallrich sind einige Beschwerden eingegangen. Wallrich sagt: „Ich bin deshalb mit der Firma im Gespräch.“

Die Reaktionen des Betreibers Max Pescher, Geschäftsführer der Hartsteinwerke Johann Düro und auch der Asphaltmischanlage Taben-Rodt (Amat), versucht, die Lage zu erklären. Er schreibt per Mail: „Die Witterungslage der vergangenen Wochen – extreme Hitze, verbunden mit nur sehr wenigen, punktuellen Niederschlägen – stellt unseren Produktionsbetrieb aktuell vor große Herausforderungen.“ Trotz zahlreicher Maßnahmen zur Staubbekämpfung sei es in den vergangenen Wochen leider daher „zu bedauerlichen Einzelereignissen von erhöhter Staubentwicklung im Rahmen von Sprengungen“ gekommen. Konkrete Maßnahmen, die das Unternehmen ergriffen hat, nennt Pescher auch auf Nachfrage nicht.

Der Staub aus dem Taben-Rodter Steinbruch hat sich im Saartal ausgebreitet. Foto: TV/Siegfried Irsch

Weiter erklärt er, dass Sprengungen am Beginn der Produktionskette stünden. Pescher: „Zur Vermeidung von Steinschlägen müssen lose Gesteinsmassen im oberen Wandbereich unmittelbar nach der Sprengung mit einem Bagger abgeschoben werden.“ Um die Staubentwicklung künftig zu verringern, arbeitet das Unternehmen laut Geschäftsführer an verschiedenen Maßnahmen. Wiederum wird Pescher nicht konkret.

Dass der Asphaltgeruch von der Amat kommt, weist Pescher zurück. Das sei aufgrund der derzeit geringen Betriebszeiten der Anlage für ihn nicht nachvollziehbar, schreibt er. Der Geschäftsführer vermutet, dass Deckensanierungen in der Region beispielsweise an der L 133 bei Taben-Rodt den Geruch verursacht haben. Laut Landesbetrieb Mobilität wurde tatsächlich zwischen Saarbrücke und Taben asphaltiert, allerdings bereits am 2. und 3. Juli. Über Geruch geklagt haben die Anwohner ab dem 24. Juli.

Der Staub vom Ort aus gesehen. Foto: TV/privat

Kontrolle und Bußgeldverfahren der Behörden Die Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord hat auf die Beschwerden der Bürger reagiert. Sie hat laut Pressesprecherin Sandra Hansen-Spurzem Kontakt zum Betriebsleiter aufgenommen und war einmal vor Ort, um den Betrieb unangemeldet zu prüfen. Das Ergebnis: Zwei Mängel wurden festgestellt. Am Bohrgerät, mit dem Löcher für Sprengungen gebohrt werden, seien Staubemissionen beanstandet worden, heißt es.

Fichten sind besonders betroffen, weil sie den Staub wie mit einem Fächer auffangen. Da ihre Spaltöffnungen über die gesamte Blattoberfläche verteilt und eingesenkt sind, ist die Schadwirkung besonders groß. Der Staub haftet auch besonders stark an den Blättern, so dass der Wind - so er denn kommt - keinen Reinigungseffekt hat. Zusammen mit der aktellen Trockenheit wirkt das für die Fichten tödlich. Foto: TV/Peter Grasmück

Die Behörde hat zudem einen Verstoß gegen die Auflagen festgestellt. Wie Grasmück vermutete, hat das Unternehmen Gesteinsmassen von oben auf die unteren Sohlen im Abbaubereich abgeschoben, obwohl es dies bei der trockenen Witterung nicht hätte tun dürfen. Die Kreisverwaltung, die die Anlage genehmigt hat, kann auch Sanktionen aussprechen. Ihr Sprecher Thomas Müller teilt mit: „Wir werden ein Bußgeldverfahren einleiten.“