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Steuerzahler blechen für Müllsünder

Steuerzahler blechen für Müllsünder

Grünabfälle in Sickergruben, Glasflaschen neben Containern: 15 000 Euro muss die Stadt Konz an zusätzlichen Lohnkosten zahlen, weil Abfall falsch entsorgt wird. Um dieses Geld zu sparen, appelliert die Verwaltung an die Konzer, ihren Müll richtig zu entsorgen.

Konz. Tatort Neubaugebiet Konz-Roscheid: Stefan Ratcliff und Ludwig Maas vom Bürgerservice in Saarburg mähen die öffentlichen Grünflächen. Auf ebenem Gelände können sie den Rasenmäher-Traktor einsetzen. Kniffliger wird es in den Sickermulden, die bei extremen Regenfällen Hochwasser vermeiden sollen. Dort müssen die Landschaftsgärtner mit dem Freischneider ran.

Haufenweise Gartenabfälle und Bauschutt



Doch nicht nur das erschwert ihre Arbeit. Immer wieder stoßen sie auf kleine Haufen: Rasenabfälle, Bauschutt, abgeschnittene Äste oder anderen Unrat, der dort abgeladen wurde. Zum Teil sind die Abflüsse verstopft. Je mehr Abfall dort liegt, desto länger müssen die Landschaftsgärtner arbeiten.

Solche Vorfälle sind in der Stadt Konz kein Einzelfall. Im Neubaugebiet Konz-Roscheid gibt es häufig Probleme mit falsch entsorgten Gartenabfällen. Die Glascontainer an der Saarspitze und auf dem Scharnagel sind laut Achim Lutz, Sprecher der Stadtverwaltung Konz, bekannt für achtlos weggeworfene Flaschen.

Insgesamt geht die Stadtverwaltung Konz von 15 000 Euro Personalkosten und mehreren Tausend Euro Entsorgungskosten aus, die sie für den falsch entsorgten Müll zahlen muss. Indirekt sind davon alle Steuerzahler betroffen. Wer Müll einfach ablädt, verstößt gegen die Satzung über die Reinigung öffentlicher Straßen der Stadt Konz (siehe Extra).

Stadtbürgermeister Karl-Heinz Frieden ist wütend wegen der widerrechtlich entsorgten Abfälle. "Man kehrt nicht einfach seinen Dreck zu den Nachbarn", sagt er, während er an der letzten freien Baufläche des Baugebiets Roscheid V vorbeigeht. Auch dort liegen mehrere Haufen Bauschutt und Grünabfälle. Ein Bauherr hat sogar seinen Erdaushub auf dem Grundstück abgeladen. "Es geht ja noch nicht mal um Geld, das ist nur Bequemlichkeit", ärgert sich Frieden.

Er verweist auf kostenlose Entsorgungsmöglichkeiten. Einerseits gibt es Sammelstellen für Gartenabfälle (siehe Service). Drei Kubikmeter pro Tag sind kostenlos, jeder weitere kostet 6,49 Euro.

Kostenlose Abholung ist möglich



Andererseits ist es möglich, unter 0651/9491414 beim Abfalltelefon des Zweckverbands Abfallwirtschaft im Raum Trier (ART) anzurufen, um Gartenabfälle alle zwei Wochen abholen zu lassen. Dieser Service ist in der jährlich an den ART zu zahlenden Abfallgebühr enthalten. Im Kreis Trier-Saarburg kosten 80-Liter-Restmülltonnen für Vier-Personen-Haushalte 94,44 Euro, 120-Liter-Müllbehälter 132,12 Euro.

ART-Pressesprecherin Elisabeth Hill weist darauf hin, dass Äste für die Abholung gebündelt sein müssen. Andere Grünabfälle wie Gras- oder Heckenschnitt, Laub, Rinde und Wurzeln sollten in Säcken zur Abholung bereitgestellt werden. Auch Elektroabfälle und Sperrmüll werden laut Hill nach Anmeldung kostenlos abgeholt. Extra Die Satzung über die Reinigung öffentlicher Straßen der Stadt Konz beinhaltet auch Seitengräben und Böschungen. Anwohner sind laut der Satzung sogar dazu verpflichtet, diese Stellen sauberzuhalten. Wer dort seine (Garten-) Abfälle hinwirft, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Dem Übeltäter droht laut Satzung eine Geldbuße von bis zu 255,65 Euro. Der ungerade Betrag resultiert daraus, dass einfach der in der Satzung von 1966 festgelegte Betrag von 500 D-Mark in Euro umgerechnet wurde. (cmk)Service Öffnungszeiten: Die Sammelstellen für Grünabfälle sind von März bis November jeden Samstag von 14 bis 16 Uhr und von Dezember bis Februar jeden ersten Samstag im Monat von 14 bis 16 Uhr geöffnet. In der Verbandsgemeinde Konz gibt es Sammelstellen bei Dieter Schafhausen in Kanzem, bei Peter Wahlen in Konz-Kommlingen und bei Manfred Greif in Nittel. Weitere Infos und genaue Lagepläne der Sammelstellen gibt es auf www.art-trier.de (cmk)