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Stillende Muttergottes: Beurig feiert Start ins Jubiläumsjahr

Stillende Muttergottes: Beurig feiert Start ins Jubiläumsjahr

Während in Trier zurzeit die Vorbereitungen für die Heiligrock-Wallfahrt laufen, herrscht auch in Beurig emsiges Treiben. Dort startet am Sonntag das Jubiläumsjahr der Marienwallfahrt (Marientracht). Beide hängen historisch miteinander zusammen.

Saarburg-Beurig. Wir schreiben das Jahr 1512. Kaiser Maximilian lädt zum Reichstag nach Trier. Weil der Kaiser ein Faible für Kunstschätze und Reliquien hat, lässt er sich von Erzbischof Richard von Greiffenclau den Heiligen Rock zeigen - die erste Ausstellung der Reliquie folgt. Diese bringt den Erzbischof schließlich auf eine Idee: Er lässt auch das Gnadenbild von Beurig in einer Prozession aus der Kapelle heraustragen. Außerdem erlässt er eine eigene Wallfahrtsordnung. Der Grundstein für die Entwicklung Beurigs als Wallfahrtsort war gelegt - wenn auch die Geschichte der Beuriger Marienverehrung bis ins 14. Jahrhundert reicht (siehe Hintergrund).
500 Jahre nach Kaiser Maximilians Trier-Besuch feiert das Bistum die Jubiläums-Heiligrock-Wallfahrt. Auch Beurig startet am Sonntag ins Jubiläumsjahr. "Die Wallfahrt nach Beu rig ist das ältere der beiden Geschwister", erzählte Georg Bätzing, Leiter der Heiligrock-Wallfahrt 2012, im Juni auf einem Vortrag in Beurig. So habe bereits Erzbischof und Kurfürst Johann II. von Baden Beurig gefördert. Er ließ 1486 eine Kapelle aus Stein bauen. Greiffenclau war es dann, der nach dem großen Pilgerstrom 1512 anregte, eine größere Kirche zu bauen. Aus der Kapelle wurde das heutige Seitenschiff.
Festgottesdienst am Sonntag


"Das Jubiläum ist für uns wichtig, um den Wallfahrtsort St. Marien Beu rig noch einmal mehr ins Bewusstsein zu bringen", sagt Pfarrer Peter Leick. Früher, vor 60 Jahren, sei die Marientracht am Sonntag nach Mariä Heimsuchung eine überregionale Wallfahrt gewesen. Heute kommen vor allem Pilger aus der größeren Umgebung. Bei der letzten waren es Anfang Juli mehrere Hundert Menschen (der TV berichtete). Es gibt aber noch einen weiteren Grund, der den Chef der Pfarreiengemeinschaft Saarburg angesichts der zusätzlichen Arbeit durch das Jubiläum inmitten der Bistumsreform nicht verzweifeln lässt: "Es ist auch eine Chance, die Pfarreiengemeinschaft durch die Wallfahrt zusammenzuführen, so dass wir einen gemeinsamen Mittelpunkt haben." Seit Monatsbeginn umfasst die Gemeinschaft neben Beurig, Saarburg (St. Laurentius), Mannebach, Litdorf-Rehlingen (Fisch), Irsch, Ockfen auch Ayl.
Wenn am Sonntag das Jubiläumsjahr mit einem Festgottesdienst eröffnet wird, dann wird auch schon draußen sichtbar, dass etwas Besonderes losgeht: Eine stilisierte Maria mit Kind ist nun auf orangen und weißen Fahnen zu sehen. Die Pfarrei hat ein eigenes Logo für die Jubiläumswallfahrt entwerfen lassen, das auch auf Broschüren, der Website und den Fahnen prangt. Auch ein Motto gibt es: Dein Ja - unsere Erlösung. "Das ist unser Leitsatz für das kommende Jahr", erklärt der Pfarrer. Damit stelle die Pfarrei einen Bezug zum Heiligen Rock her. Denn Bischof Stephan Ackermann hat die Gläubigen dazu aufgerufen, sich im Vorbereitungsjahr zur Heiligrock-Wallfahrt mit dem Thema Erlösung auseinanderzusetzen. Letztlich ist auch eine ganz praktische Verknüpfung zwischen beiden Wallfahrten geplant: Im Mai wollen die Beu riger nach Trier pilgern. Mit dabei: die stillende Maria. jka
Hintergrund: Die stillende MuttergottesSonntag, 11. September, 10 Uhr: Festmesse zur Eröffnung des Wallfahrtsjahres mit Festprediger Rudolph Voderholzer; ab Oktober an jedem ersten Samstag im Monat (9 Uhr): Marienvotivmesse vor dem Gnadenaltar; Sonntag, 2. Oktober (17 Uhr): Eröffnung des Rosenkranzmonats (danach jeweils sonntags um 17 Uhr Rosenkranzandacht); 10. bis 16. Oktober: Kinderbibelwoche zum Thema Maria); 30. Oktober: Kirchenmusikalische Andacht. Weitere Veranstaltungen folgen. jka